eQ-3 – Homematic IP Heizkörperthermostat

Mit dem Homematic IP Heizkörperthermostat haben wir heute ein elektronisches Heizkörperthermostat von eQ-3 im Test, welches einem nicht nur einen gewissen Komfort bieten soll, sondern im Vergleich zu normalen, nicht elektrischen Heizkörperthermostaten auch dazu beitragen soll, Heizkosten einzusparen.

Welche Funktionen einem das Homematic IP Heizkörperthermostat von eQ-3 bietet und wie es sich in unserem Test geschlagen hat, erfahrt ihr in diesem Review.

Technische Details:

  • Versorgungsspannung: 2x 1,5 V Mignon/AA
  • Stromaufnahme: Max. 120 mA
  • Batterielebensdauer: 2 Jahre (typ.)
  • Schutzklasse: IP20
  • Temperaturbereich: 0 bis 50 °C
  • Gewicht: 205 g
  • Funkfrequenz: 868,3 MHz, 869,525 MHz
  • Funkreichweite: Bis 300 m (Freifeld)
  • Anschluss: M30 x 1,5 mm
  • Abmessungen (B x H x T): 58 x 71 x 97 mm

Lieferumfang:

  • Homematic-IP-Heizkörperthermostat
  • Adapter Danfoss RA/RAV/RAVL, sowie Adapter für M28x1,5*
  • Stößelverlängerung Danfoss RAV
  • Stützring
  • Zylinderkopfschraube M4 x 12 mm und Mutter M4
  • Batterien
  • Bedienungsanleitung

Design und Verarbeitung:

Das Homematic IP Heizkörperthermostat wird in einer Verpackung geliefert, welche in einem hellen und freundlichen Design gehalten ist. Auf der Verpackungsvorderseite wurde neben der Modellbezeichnung und einer kurzen Beschreibung auch ein Produktbild abgedruckt.

Auf der Verpackungsrückseite ist neben einer Auflistung des Lieferumfangs auch eine Auflistung der wichtigsten Features zu finden.

Entnimmt man das Homematic IP Heizkörperthermostat aus seiner Verpackung, so hat man ein elektronisches Heizkörperthermostat vor sich liegen, dessen Bauform man in ähnlicher Form von den vielen günstigen und nicht smarten elektronischen Heizkörperthermostaten aus dem Baumarkt kennt.

Gleiches gilt auch für die Größe des Heizkörperthermostats. Im Vergleich zu den manuellen Heizkörperthermostaten fallen fast alle elektronischen Heizkörperthermostate etwas größer aus, wozu auch dieses Modell von eQ-3 gehört.

Auf der Vorderseite des aus weißem Kunststoff gefertigten Gehäuses befindet sich ein großes Einstellrad, über welches man nicht nur die gewünschte Temperatur einstellen kann, sondern durch den integrierten Taster fungiert das Einstellrad auch noch als Funktionstaste.
Auf der flachen Oberseite des Heizkörperthermostats befindet sich im hinteren Bereich ein integriertes Display, auf welchem die eingestellte Temperatur angezeigt wird. Verstellt man diese manuell über das Einstellrad, welches hierzu einfach nach links oder rechts gedreht werden muss, so wird es einem durch das verbaute Display ermöglicht, die gewünschte Einstellung in 0,5°C-Schritten vorzunehmen.

Direkt unterhalb des Displays befindet sich der Systemschalter, welchen wir schon von anderen Homematic IP Produkten kennen. In diesem wurde zudem eine Status LED eingearbeitet. Über diese Taste kann der Anlernvorgang gestartet oder die Werkseinstellung geladen werden. Im weiteren Verlauf wurde der Homematic IP Schriftzug auf dem Heizkörperthermostat abgedruckt.

Die Unterseite des Heizkörperthermostats wurde mit einer runden Bauform versehen und ist mit dem Deckel des Batteriefachs verschlossen. Öffnet man diesen, kann man die seitens eQ-3 schon eingelegten Batterien vorfinden.

Auf der Rückseite ist der Anschluss zu finden, mittels welchem das Heizkörperthermostat am Heizkörperventil verbaut wird. eQ-3 setzt hier auf eine stabile Metallmutter, wodurch auch langfristig auf eine sicher und stabile Montage gesetzt werden kann.

Diese hat ein M30 x 1,5 mm Gewinde, wodurch sie auf sehr viele gängigen Heizkörperventilen verbaut werden kann. Für verschiedene Ventile aus dem Hause Danfoss liefert eQ-3 entsprechende Adapter mit. Es gibt jedoch auch einige andere Ventile, welche nicht von Haus aus zu diesem Gewinde kompatibel sind, wodurch man eventuell auf entsprechende Adapter aus dem Zubehör zurückgreifen muss.

Die Verarbeitung wurde seitens eQ-3 durchweg sauber und robust ausgeführt.

Inbetriebnahme und Montage:

Um das Homematic IP Heizkörperthermostat anzulernen, muss man auf der Startseite der Homematic IP App oder in deren Menü lediglich die entsprechende Schaltfläche drücken, und schon wird der Anlernvorgang gestartet.

Nun muss die Stromversorgung des Homematic IP Heizkörperthermostat hergestellt werden. Hierzu muss das Batteriefach geöffnet und der Isolationsstreifen, welcher zwischen einer der Batterien und dem Kontakt im Batteriefach eingeschoben ist, entfernt werden.

Anschließend wird das Heizkörperthermostat binnen Sekunden in der Homematic IP App erkannt. Kurz darauf wird man dazu aufgefordert, die letzten vier Ziffern der Gerätenummer einzugeben. Dies dient der Sicherheit, damit man nicht versehentlich eine Komponente in der direkten Nachbarschaft einbindet, oder die eigenen Komponenten von jemand fremden kontrolliert werden können.

Anschließend kann man dem Heizkörperthermostat eine individuelle Bezeichnung geben, wodurch man gerade bei der Verwendung von mehreren Heizkörperthermostaten eine bessere Zuordnung erzielen kann.

Anschließend kann man das Heizkörperthermostat noch einem Raum zuteilen und die Einrichtung ist innerhalb weniger Sekunden abgeschlossen.

Ist die Einrichtung abgeschlossen, kann man mit der Montage des Heizkörperthermostats beginnen. Hierzu muss man im ersten Schritt das vorhandene Heizkörperthermostat demontieren. Je nachdem wie fest dieses verschraubt ist, muss man hierzu eine Wasserpumpenzange zur Hand nehmen. Sollte dies der Fall sein, so sollte man Vorsicht walten lassen, um das Ventil nicht zu beschädigen.
Das Homematic IP Heizkürperthermostat wird anschließend einfach auf das Heizungsventil gesteckt und verschraubt. Die M30 x 1,5 mm Schraube kann hierzu einfach mit der Hand angezogen werden. Ein festziehen mit der Wasserpumpenzange ist nicht notwendig. Je nach verbautem Heizkörperventil muss man eventuell auf einen der mitgelieferten Adapter oder einen optionalen Adapter zurückgreifen.

Hat man das Heizkörperthermostat verbaut, muss im letzten Schritt noch eine Adaptierfahrt gestartet werden, wodurch das Heizkörperthermostat die Minimal- und Maximaleinstellung des Heizkörperventils kennenlernt. Um die Adaptierfahrt zu starten muss man lediglich auf das Einstellrad drücken. Während des Vorgangs wird einem dieser im Display des Heizkörperthermostats angezeigt.

Wurde die Adaptierfahrt einmal ausgeführt, kann sie nicht ohne weiteres über die im Einstellrad verbaute Taste ausgeführt werden. Diese Taste fungiert ab sofort als Boost-Taste, durch welche die Boost-Funktion gestartet oder gestoppt werden kann, bei welcher das Heizkörperthermostat für einen Zeitraum von 300 Sekunden voll aufgefahren wird, was ein schnelles Aufheizen der Wohnung ermöglicht.

Test:

Die Heizungssteuerung erfolgt bei Homematic IP wie wir es auch schon von der MAX! Heizungssteuerung von eQ-3 kennen, über Heizprofile, welche es einem erlauben, für jeden Tag mehrere Schaltpunkte einzurichten, an denen die Temperatur automatisch angehoben oder gesenkt wird, wodurch die verbauten Homematic IP Heizkörperthermostate von der Homematic IP Zentrale angesteuert werden und die Heizkörperventile hierdurch automatisch auf oder zu gedreht werden.

Für jeden Wochentag können so bis zu 6 individuell einstellbare Heizprofile (3x Heizen, 3x Kühlen) mit je 6 Heizphasen und 13 Schaltzeitpunkten definiert werden.
Auch während einer automatischen Steuerung der verbundenen Heizkörper wird es einem durch die App bzw. der Einstellräder an dem Heizkörperthermostat oder einem optionalen Wandthermostat erlaubt, in die Temperaturstreuung einzugreifen.

Die Heizungssteuerung kann natürlich auch in einem manuellen Modus betrieben werden, in welchem die gerade gewünschte Temperatur entweder über die App, dem Einstellrad am Heizkörperthermostat oder über das Einstellrad an einem zusätzlich verbauten Wandthermostat eingestellt werden kann.

Die Temperaturregelung kann im automatischen sowie auch im manuellen Modus auf 0,5°C genau vorgenommen werden.

Für den Fall, dass man einmal über einen längeren Zeitpunkt nicht zu Hause ist, oder eine geplante Party vor der Tür steht, auf der in den späten Abendstunden keiner frieren soll, wo sich die Heizung eigentlich automatisch abschalten würde, gibt es eine entsprechende Funktion, welche in der App als Partymodus bezeichnet wird. Wählt man diesen aus, so wird man dazu aufgefordert, ein Datum und eine Uhrzeit einzustellen. Der hier gewählte Zeitpunkt ist der Zeitpunkt, an dem die automatische Steuerung wieder einspringt und die Heizung nach den eingestellten Vorgaben steuert.

Im nächsten Schritt kann man die für diesen Zeitraum gewünschte Temperatur einstellen.

Um zusätzlich Energie zu sparen, wenn man das Haus einmal ungeplant verlässt, gibt es die Möglichkeit einen ECO-Betrieb zu aktivieren, in welchem alle verbundenen Thermostate und somit alle Räume auf vorher definierte Temperatur abgesenkt werden.

Verbaut man einen entsprechenden Homematic IP Wandtaster z.B. direkt neben der Haustür, braucht man diesen beim verlassen der Wohnung nur einmal kurz betätigen und schon wird der ECO-Betrieb aktiviert. Hier hat man in der Konfiguration die Möglichkeit, diesen für eine vorgegebene Dauer aktiviert zu lassen, oder für die Dauer, bis der Wandtaster erneut betätigt wird.

Nutzt man lediglich die Homematic IP Heizkörperthermostate, so wird die Ist-Temperatur direkt von diesen ermittelt. Da die Heizkörperthermostate direkt an den Heizkörpern montiert werden, wird die Ist-Temperatur auch direkt neben den Heizkörpern gemessen, wodurch es gerade bei großen Räumen dazu kommen kann, dass die Ist-Temperatur in der Raummitte von der Ist-Temperatur abweicht, welche seitens der Heizkörperthermostate ermittelt wird, weswegen sich in solchen Situationen ein Homematic IP Wandthermostat empfiehlt, denn dieses misst die Ist-Temperatur sowie die Luftfeuchtigkeit genau an der Stelle, wo es montiert ist.

Kombiniert man die Heizungssteuerung auch noch mit einem Homematic IP Fenster- und Türkontakt,

so kann man diesen so konfigurieren, dass ein geöffnetes Fenster an die Homematic IP Zentrale übermittelt wird, wodurch diese die im selben Raum befindlichen Heizkörperthermostate automatisch schließt. Wird das Fenster wieder geschlossen, wird die Heizung automatisch wieder aufgedreht.

Hatte man zuvor noch keine elektronischen Heizkörperthermostate im Einsatz, so bedarf es einer gewissen Zeit, bis man die für die jeweiligen Räume richtigen Schaltzeitpunkte eingestellt hat. Hat man die richtigen Schaltzeiten herausgefunden und konfiguriert, verrichtet das Homematic IP Heizkörperthermostat seine Arbeit vollautomatisch und ohne das man sich über die Steuerung noch groß Gedanken machen muss.

Was die Motorlautstärke während des Betriebes angeht, ist das Homematic IP Heizkörperthermostat leider nicht das leiseste seiner Art. Auffällig ist dieses jedoch nur in einer stillen Umgebung, wie man sie in einem Schlafzimmer hat. Während unseres Tests haben wir auf zwei Homematic IP Heizkörperthermostate zurückgegriffen, welche ihre Kommunikation mit der Zentrale durch eine Stahlbetondecke problemlos bewerkstelligten.
Die Steuerung der Heizkörperthermostate war nicht nur während des automatischen Modus sehr präzise, sondern auch, wenn man Einstellungen manuell vorgenommen hat. Durch die integrierte Boost-Funktion wird es einem zudem ermöglicht, den Raum im Bedarfsfall schnell und mit nur einem Tastendruck aufzuheizen.

Die Temperatursteuerung erfolgte in unserem Test recht genau. Zu Differenzen kommt es lediglich bei großen Räumen. In einem zum Heizkörper etwas weiter entfernten Abstand kann eine etwas niedrigere Temperatur herrschen, als sie von dem Heizkörperthermostat als Ist-Temperatur gemessen wird. Vorbeugen kann man hier mit einem entsprechenden Wandthermostat, welches die Temperatur an der gewünschten Stelle im Raum misst und die Heizkörper entsprechend regelt.
Durch die Möglichkeit die Heizkörperthermostate in Kombination mit den Homematic IP Fenster- und Türkontakten automatisch schließen und öffnen zu lassen, wenn ein Fenster geöffnet oder geschlossen wird, kann man zusätzlich Heizkosten einsparen.

Wie hoch das Einsparpotenzial ist, konnten wir bedingt durch den Testzeitraum, welcher nicht über ein Jahr ging, und zudem nur zwei der acht in der Redaktion verbauten Heizkörper mit den Homematic IP Thermostaten ausgestattet wurden. Wir haben die beiden verbauten Heizkörperthermostate in einem Büro verbaut und in Kombination mit zwei Homematic IP Fenster- und Türkontakten und einem Wandthermostat betrieben. Ein Einsparungspotenzial wird bei einer richtigen Konfiguration auf jeden Fall bestehen, denn man hat z.B. sehr schnell einmal vergessen die Heizkörper abzudrehen, wenn man ein Fenster zum Lüften öffnet, wodurch man gleich die Außenwelt beheizt.

Fazit:

Mit dem Homematic IP Heizkörperthermostat hat eQ-3 ein Smart Home Produkt in seinem Sortiment, mittels welchem nicht nur eine gewisse Bequemlichkeit Einzug in die eigenen vier Wände erhält, welche daher kommt, dass man sich nicht mehr um die Regelung der Heizung kümmern muss, sondern bei einer richtigen Konfiguration auch eine Einsparung möglich ist. Das Homematic IP Heizkörperthermostat hat in unserem Test mit einer präzisen und guten Reglung der Heizung überzeugen können. In Kombination mit entsprechenden Fensterkontakten sowie einem Wandthermostat kann die Steuerung nicht nur präziser, sondern auch noch effizienter und somit sparsamer vonstattengehen. Einen genauen Aufschluss über das Einsparpotenzial kann dieser Test nicht geben, jedoch können wir durch die genauere Regelung im direkten Vergleich zu anderen Produkten hier schon eine sehr gute Tendenz erkennen. Die Verarbeitung liegt fast durchgehend auf einem hohen Niveau. Etwas negativ aufgefallen ist uns hier lediglich der Geräuschpegel während der Regelung, welcher im Vergleich zu ähnlichen Produkten im Mittelfeld liegt. Tagsüber nimmt man die Motorgeräusche nicht wahr. Jedoch können diese nachts in einem Schlafzimmer, wenn z.B. in den frühen Morgenstunden die Heizung aufgedreht wird, damit man es beim aufwachen schön warm hat, als störend empfunden werden. Preislich liegt das Homematic IP Heizkörperthermostat aktuell bei knapp 50€*. Im Vergleich zu elektronischen Heizkörperthermostaten aus dem Baumark oder dem Angebot aus dem nächsten Discounter, ist das Homematic IP Heizkörperthermostat zwar deutlich teurer, jedoch bekommt man durch die Einbindung in die Homematic IP Infrastruktur einen weitaus höheren Funktionsumfang geboten.

Pro

  • Einfache Installation
  • Hohe Reichweite
  • Sehr genaue Temperaturreglung
  • Gute Verarbeitung
  • Kombinationsmöglichkeit mit Wandthermostat und Fensterkontakt
  • Gute App

Contra

  • Nicht das leiseste Modell seiner Klasse

Verarbeitung

Funktionsumfang

Inbetriebnahme / Konfiguration

Reichweite

Temperaturregelung

Kompatibilität

Preis

Wir danken eQ-3 sehr für die Bereitstellung des Testmusters.