Enermax – GraceFun – Midi-Tower

Mit dem GraceFun haben wir heute einen der neuen Midi-Tower von Enermax im Test, welcher nicht nur durch eine schicke Optik, sondern auch durch gute Voraussetzungen für eine gute Kühlung sowie einem großen Platzangebot punkten möchte.

Welche Details in dem neuen GraceFun stecken und wie sich der neue Midi-Tower von Enermax in unserem Test geschlagen hat, erfahrt ihr in diesem Review.

Technische Details:

  • Gehäuse Typ: ATX Midi-Tower
  • Abmessungen: 450mm x 520mm x 208mm
  • Unterstützte Mainboardformate: ATX, Micro-ATX, Mini-ITX
  • Farbe: Schwarz
  • Innenlackierung: Schwarz
  • Material: SPCC / Echtglas
  • I/O-Panel: 1x USB 3.0, 2x USB 2.0, HD Audio
  • Steckplätze für Erweiterungskarten: 7x
  • Laufwerksschächte
    1 x 5,25-Zoll
    2 x 3,5-Zoll
    5 x 2,5-Zoll (2x via 3.5″-Einschub)
  • Lüfter:
    Front 2x 140/120mm-Lüfter (vorinstalliert: 1x 120-mm-Lüfter)
    Oberseite optional: 2x 120-mm-Lüfter
    Boden / PSU Tunnel optional: 2x 120-mm-Lüfter
    Rückseite: 1x 120-mm-Lüfter (vorinstalliert: 1x 120-mm-Lüfter blau beleuchtet)
  • Radiatormontagepunkte:
    Front: 240 / 280 mm
    Oberseite: 240 mm
    Rückseite: 120 mm
  • Gewicht: 5,9 kg
  • Max. Einbaulänge für Grafikkarten: 390mm
  • Max. Einbauhöhe für CPU-Kühler: 156mm

Lieferumfang:

  • GraceFun
  • Schraubenset
  • Montageanleitung

Design und Verarbeitung:

Das GraceFun wird von Enermax in einer neutralen Verpackung geliefert, welche auf der Vorder- und Rückseite neben der Modellbezeichnung auch mit einem skizzierten Produktbild bedruckt ist.

Die technischen Details wurden auf der linken Verpackungsseite abgedruckt.
Innerhalb der Verpackung wird das GraceFun durch zwei große Styroporpolster geschützt und übersteht somit den Transport zum Käufer auch ohne eine weitere Umverpackung unbeschadet.

Äußeres Erscheinungsbild

Entnimmt man das GraceFun aus seiner Verpackung, so hat man einen Midi-Tower vor sich stehen, welcher in einem ansprechenden aber dennoch nicht zu auffälligen Design gehalten ist.

An der Gehäusefront hat Enermax eine Frontblende aus schwarzem Kunststoff verbaut, welche auf der Stirnseite mit einer fast vollständig geschlossenen Metallplatte ausgestattet wurde.

Lediglich im oberen Bereich hat Enermax eine Blende verbaut, welche den externen 5,25″-Laufwerkschacht verdeckt.

Im unteren Bereich der Frontblende wurde das Enermax Logo aufgebracht, welches in einem glänzenden Silber gehalten ist.

Wo die meisten Gehäuse über eine rechteckige Front verfügen, hat Enermax die vier Ecken der Gehäusefront mit einer abgerundeten Bauform versehen.

Um für eine ausreichende Frischluftzufuhr zu sorgen, hat Enermax in linke und rechte Seite der verbauten Kunststofffront jeweils 12 rautenförmige Aussparungen eingelassen, hinter welchen sich ein feines Mesch-Gitter befindet.

Durch dieses Mesh-Gitter wird nicht nur die sonst recht schlichte Optik aufgelockert, sondern sie dienen zugleich auch als Staubfilter.

Das I/O-Panel wurde in die Oberseite der Kunststofffront eingearbeitet. Dieses verfügt neben zwei USB 2.0 Anschlüssen auch über einen USB 3.0 Anschluss sowie die obligatorischen Audioanschlüsse. Im Vergleich zu vielen anderen aktuellen Gehäusen verfügt das GraceFun durch den einzelnen USB 3.0 Anschluss somit über eine etwas geringere Ausgestattetes im Bereich des I/O-Panels.

Um die Optik der geschlossenen Gehäusefront zu vervollständigen und die Anschlüsse vor eindringendem Staub zu schützen, sind diese im Auslieferungszustand mit Gummikappen verschlossen.

Die Gehäusefront kann zur Lüftermontage ganz einfach von dem Gehäusekorpus abgezogen werden. Hinter der Gehäusefront wurde seitens Enermax schon ein 120-mm-Lüfter vormontiert.

Neben diesem Lüfter kann man hier noch einen weiteren 120-mm-Lüfter montieren. Anstelle von 120-mm-Lüftern kann man hinter der Gehäusefront auch zwei 140-mm-Lüfter verbauen. Eine Montage entsprechender Radiatoren ist ebenfalls möglich. Hierzu steht einem eine Einbautiefe von 65 mm zur Verfügung.

Mit einem Blick auf die Gehäuseoberseite findet man auch hier einen Kunststoffdeckel vor, welcher wie auch die Gehäusefront mit einer dünnen Metallplatte ausgestattet wurde.

Der Gehäusedeckel wurde auf der linken Seite mit einer Rundung versehen, womit das Design der abgerundeten Ecken der Gehäusefront aufgegriffen wurde.

Als Luftauslass dienen hier 10 rautenförmige Aussparungen, welche auf der rechten Seite des Gehäusedeckels zu finden sind. Auch diese sind von der Innenseite aus mit einem Mesh-Gitter bestückt worden.

Unterhalb des Gehäusedeckels können zwei 120-mm-Lüfter montiert werden. Auch die Montage eines entsprechenden Radiators ist an dieser Stelle problemlos möglich.

Betrachtet man das Gehäuse einmal von der Rückseite aus, so findet man auch hier einen Luftauslass am Gehäusedeckel vor.

Unterhalb des Gehäusedeckels findet man im oberen Bereich neben dem Ausschnitt für die I/O-Blende einen weiteren Luftauslass vor, welcher durch ein grobmaschiges Mesh-Gitter realisiert wurde. Hinter diesem Luftauslass wurde seitens Enermax schon ein blau beleuchteter 120-mm-LED-Lüfter vormontiert, welcher über eine integrierte Entkopplung verfügt.

Im weiteren Verlauf sind sieben Slotblenden zu finden, von denen jedoch nur die obere Slotblende als geschraubte Slotblende ausgeführt wurde. Die restlichen sechs Slotblenden sind nur vorgestanzt und müssen somit bei Bedarf aus dem Gehäuse herausgebrochen werden.

Der Einbauplatz für das ATX-Netzteil befindet sich am Gehäuseboden und wurde lediglich mit vier Montagebohrungen ausgestattet. Hierdurch kann das Netzteil nur in einer Richtung montiert werden.

Spätestens bei einem seitlichen Blick auf das Gehäuse wird man jedoch durch die hier verbaute Echtglasscheibe schnell erkennen, dass Enermax das GraceFun mit einem PSU-Tunnel ausgestattet hat, weswegen es nur eine sinnvolle Montagerichtung für das Netzteil gibt.

Die auf der linken Gehäuseseite verbaute Seitenscheibe besteht aus gehärtetem Glas, wurde jedoch nicht, wie man es von vielen anderen Gehäusen her kennt, mit einer Tönung versehen, wodurch auch bei einem ausgeschalteten und somit nicht beleuchteten System ein Blick ins Innere möglich ist.

Die rechte Gehäuseseite wurde mit einer Seitenwand verschlossen, welche auf fast der gesamten Fläche etwas nach außen gezogen wurde. Dieser Aufbau hat den Vorteil, dass der Abstand zwischen dem Mainboardschlitten und der Gehäusewand etwas breiter wird.

Mit einem Blick auf die Unterseite des GraceFun findet man im hinteren Bereich einen Staubfilter vor, welcher den Lufteinlass für das ATX-Netzteil vor eindringendem Staub schützt.

Einen solchen Staubfilter findet man vor dem vorderen Lufteinlass leider nicht.
Für einen sicheren Stand sollen vier Kunststofffüße sorgen, welche jedoch weder mit Gummi- noch mit Moosgummientkopplern ausgestattet wurden.

Blick in Innere

Durch die linke Seitenwand kann man zwar schon einen ersten Blick in das Gehäuseinnere werfen, jedoch kann man so noch nicht jedes Detail des Innenraumes erkennen. Nimmt man die beiden Seitenwände von dem Gehäuse ab, so hat man einen freien Blick auf den sehr aufgeräumten Innenraum.

Im unteren Bereich kann man eine Blende erkennen, welche sich fast über die gesamte Gehäusetiefe erstreckt. Hierbei handelt es sich um den PSU-Tunner, durch welchen der Innenraum des GraceFun in zwei getrennte Klimazonen aufgeteilt wird. Im vorderen und hinteren Bereich wurden in die Oberseite dieser Abtrennung zusätzliche Luftlöcher eingearbeitet, wodurch hier im Vergleich zu manch anderem Gehäuse keine vollständige Abschottung der beiden Bereiche geschaffen wurde.

In der oberen Klimazone befindet sich der Einbauplatz für ein ATX-Mainboard. Die zur Montage notwendigen Abstandshalter wurden seitens Enermax schon in den Mainboardschlitten eingedreht.

Der Mainboardschlitten wurde neben einer großen Aussparung, welche eine Kühlermontage auch bei montiertem Mainboard erlaubt, auch mit weiteren kleinen Aussparungen ausgestattet, welche als Kabeldurchführungen dienen. Diese wurden jedoch nicht mit schützenden Gummidurchführungen versehen. Um dennoch eine Beschädigung der Kabel zu vermeiden, wurden die Kanten der einzelnen Kabeldurchführungen umgelegt, wodurch man scharfkantige Kanten vergeblich sucht.

Um einen guten Luftfluss zu ermöglichen, wurde der Bereich hinter der Gehäusefront zum Großteil von Laufwerkskäfigen freigehalten. Diese findet man somit nur unterhalb des Gehäusedeckels vor. Hier könnte man theoretisch zwei 5,25“-Laufwerke verbauen.

Da Enermax die verwendete Frontblende jedoch so ausgeführt hat, das hier nur ein Laufwerksschacht integriert wurde, kann man nur den oberen der beiden 5,25“-Montagewinkel für die Montage eines externen Laufwerks nutzen. In dem unteren Montageplatz kann man jedoch über einen optionalen Adapter z.B. zusätzliche Festplatten verbauen.

Schaut man sich den verlängerten Mainboardschlitten im Bereich hinter der Gehäusefront einmal etwas genauer an, so findet man hier zwei Montagepunkte für 2,5″-Festplatten vor. Diese wurden so ausgelegt, dass die Festplatten auf der Vorderseite des Mainboardschlittens verbaut werden.

Betrachtet man den Mainboardschlitten einmal von seiner Rückseite aus, so ist ein Blick in die untere Klimazone des Gehäuses möglich.

Hinter der Gehäusefront hat Enermax einen Festplattenkäfig eingearbeitet, welcher wahlweise zwei 2,5″ oder 3,5″-Festplatten aufnimmt. 3,5″-Festplatten können in den beiden Laufwerksschächten zudem werkzeuglos, jedoch nicht entkoppelt montiert werden.

Im hinteren Bereich befindet sich der Einbauplatz für ein ATX-Netzteil. Dieser verfügt über einen Lufteinlass im Gehäuseboden und über vier Auflagepunkten, welche die Befestigungsschrauben entlasten. Eine entkoppelte Auflage ist jedoch auch hier leider nicht vorgesehen.

Mit einem Blick auf den Bereich unterhalb des großen Ausschnitts im Mainboardschlitten findet man einen weiteren Montagepunkt für eine weitere 2,5“-Festplatte vor.

Das GraceFun wurde seitens Enermax sauber verarbeitet und mit ein paar netten Features wie dem beleuchteten Lüfter und dem aufgeräumten Innenaufbau versehen. Leider fehlt es dem Gehäuse jedoch an Features wie Entkopplern im Bereich der Festplatten, des Netzteils und der Standfüße.

Montage:

Den ersten Arbeitsschritt kann man sich bei der Hardwaremontage sparen, denn Enermax hat die zur Mainboardmontage notwendigen Abstandshalter schon in den Mainboardschlitten eingedreht, wodurch man das Mainboard gleich in dem Gehäuse montieren kann. Durch die in den Mainboardschlitten eingelassene Aussparung kann die Montage des gewünschten CPU-Kühlers auch im Nachhinein durchgeführt werden. Was den verwendeten Kühler angeht, muss man bei dem GraceFun durch die geringe Gehäusebreite jedoch ein paar Abstriche machen, denn das Gehäuse nimmt nur Kühler bis zu einer Höhe von 156 mm auf, wodurch viele Tower- und gar Twin-Tower-Kühler nicht in dem Gehäuse verbaut werden können.
Zur Montage von Erweiterungskarten steht einem ein Platzangebot von 390 mm zur Verfügung. Bei der Montage der Erweiterungskarten muss man jedoch beachten, dass nur die obere Slotblende in einer geschraubten Form ausgeführt wurde. Alle anderen Slotblenden sind fest mit dem Gehäuse verbunden und müssen vor der ersten Nutzung herausgebrochen werden. Ist das Mainboard schon in dem Gehäuse verbaut, so sollte man diesen Arbeitsschritt sehr vorsichtig durchführen da ansonsten auf dem Mainboard verbaute Komponenten beschädigt werden können.
Die Montage von 3,5″-Festplatten kann in den beiden Laufwerkschächten, welche sich in der unteren Klimazone des Gehäuses befinden werkzeuglos vonstattengehen.
Zwei 2,5″-Festplatten können so am Mainboardschlitten montiert werden, dass sie durch die Seitenscheibe zu erkennen sind. Eine weiter 2,5“-Festplatte kann unsichtbar auf der Rückseite des Mainboardschlittens verbaut werden. Das verwendete ATX-Netzteil kann lediglich in einer Richtung verbaut werden, was jedoch aufgrund des im Gehäuse integrierten PSU-Tunnels kein Problem darstellt. Durch die in die PSU-Abdeckung eingelassenen Luftlöcher gibt es dennoch eine geringe Luftzirkulation zwischen den beiden Klimazonen.
Das Netzteil wurde in unserem Test so montiert, dass der Lüfter des Netzteiles frische Luft durch den Gehäuseboden ansaugen kann.

Das Netzteil sowie auch die Festplatten können leider nicht entkoppelt montiert werden, wodurch im Worst Case Schwingungen an das Gehäuse übertragen werden können, welche zu ungewollten Nebengeräuschen führen.
Um den werksseitig sehr aufgeräumten Innenraum des Gehäuses auch bei montierter Hardware aufgeräumt erscheinen zu lassen, muss man sich beim verlegen der Kabel etwas Zeit lassen, denn hinter dem Mainboardschlitten geht es trotz der nach außen gezogenen Seitenwand recht eng zu.

Durch die verbaute Echtglasseitenscheibe eignet sich das GraceFun zudem als gute Grundlage für jeden, der seine Hardware in Szene setzten möchte.

Fazit:

Mit dem GraceFun hat Enermax einen Midi-Tower in sein Sortiment aufgenommen, welcher sicher in einem schlichten aber dennoch ansprechenden Design zeigt. Durch das angewandte Design in Kombination mit der verbauten Echtglasscheibe lädt einen das GraceFun auch Einsteiger dazu ein, die verbaute Hardware richtig in Szene zu setzen. Hierzu trägt auch der klar strukturierte und aufgeräumte Innenraum bei, durch welchen innerhalb des Gehäuses auch ein sehr guter Airflow erreicht werden kann. Im Bereich der Kühlmöglichkeiten ist man bei der Nutzung einer normalen Luftkühlung dennoch etwas eingeschränkt, denn für einen CPU-Kühler stehen einem lediglich 156 mm zur Verfügung, wodurch man nicht jeden Tower-Kühler in dem Gehäuse verbauen kann. Zur Montage einer potenten Wasserkühlung ist innerhalb des GraceFun hingegen ausreichend Platz vorhanden. Durch das etwas geringe Platzangebot auf der Rückseite des Mainboardschlittens muss man sich für ein ordentliches Kabelmanagement zwar etwas Zeit nehmen, dafür bietet einem das GraceFun jedoch eine große Anzahl an Kabeldurchführungen, sodass man ein aufgeräumtes Gehäuseinnere realisieren kann. Wo das Gehäuse in unserem Test mit einer guten Belüftungsmöglichkeit sowie einem schicken Design punkten konnte, haben wir jedoch leider einige Features vermisst, welche man in der Zwischenzeit bei vielen anderen Gehäusen findet. Hierbei handelt es sich vor allem um die geschraubten Slotblenden sowie die Entkoppler an den Montagepunkten der Festplatten und dem Netzteil. Die Verarbeitung des Gehäuses wurde seitens Enermax sauber ausgeführt. Preislich liegt der neue GraceFun Midi-Tower aktuell bei nicht ganz 60€*.

Pro

  • Verarbeitung
  • Moddingpotenzial
  • Stellenweise werkzeuglose Montage

Contra

  • Keine entkoppelte Montage von Festplatten und Netzteil
  • Nur eine geschraubte Slotblende
  • Etwas magere Ausstattung des I/O-Panel (nur ein USB 3.0 Anschluss)

Verarbeitung

Kompatibilität

Kühlmöglichkeiten

Ausstattung

Lieferumfang

Modding

Preis

Wir danken Enermax sehr für die Bereitstellung des Testmusters.