Enermax – EMK3201 Backplane

Mit der EMK3201 haben wir heute eine Backplane für zwei 2,5″ Festplatten von Enermax im Test, welche es nicht nur ermöglichen soll, zwei 2,5″ Festplatten in einem 3,5″ Schacht unter zu bringen, sondern diese auch noch im laufenden Betrieb wechseln zu können.

Welche Features und Funktionen die neue EMK3201 Backplane bietet haben wir für euch in diesem Review herausgefunden.

Technische Details:

  • Unterstützte Datenträger: 2,5-Zoll: SATA I-III, SAS
  • Einbauposition: 3,5-Zoll-Einbauschacht
  • Material: ABS-Kunststoff & rostfreier Stahl
  • LED-Anzeige:
    Blau: Betrieb
    Orange: Datenzugriff
  • Hot-Swap-Unterstützung: Ja
  • Sicherheitsschloss: Ja
  • Abmessungen: 101,6 x 140 x 25mm
  • Gewicht: 286g
  • Betriebstemperatur: 0 – 50°C
  • Unterstützte Betriebssysteme: Windows XP/Vista/7/8; Mac OS 9/X

Lieferumfang:

  • 4x Schrauben
  • 2x SATA-Datenkabel
  • 2x Stromkabel
  • 2x Sicherheitsschlüssel
  • 2 x HDD protection film
  • Montageanleitung

Design und Verarbeitung:

Die EMK3201 Backplane wird von Enermax in einer schwarzen Verpackung geliefert, welche mit einer Umverpackung versehen ist, die in den Farben Schwarz und Rot gehalten ist. Auf der Verpackungsvorderseite wurden neben einem Produktbild auch noch die wichtigsten Features abgedruckt.

Die technischen Details sowie eine kurze Beschreibung der EMK3201 Backplane wurde auf der Rückseite der OVP abgedruckt.

Entnimmt man die EMK3201 aus ihrer Verpackung, so hat man eine Backplane im 3,5″ Format vor sich liegen, welche ein äußerlich schwarzes Gewand trägt. Der Boden sowie die beiden Seitenelemente sind aus einem Stahlblech gefertigt und sind somit u-förmig gebogen. In die beiden Seitenwände wurden jeweils drei Montagegewinde eingelassen, welche man in dieser Form schon von 3,5″ Festplatten kennt. Somit steht der Montage in jedem externen 3,5″ Laufwerkschacht nichts im Wege.

Die Front der Backplane wurde mit einer Kunststoffblende ausgestattet. In diese sind gleich zwei aufklappbare Laufwerksblenden untergebracht worden.

Diese beiden Blenden verfügen an der linken Seite jeweils über einen kleinen Hebel, welcher jeweils im oberen linken Bereich mit dem Enermax Logo bedruckt wurden, welches erfreulicherweise in einem sehr dezenten Schwarzton gehalten ist und zudem auch noch recht klein ausfällt. Hierdurch ist dieses auf den ersten Blick kaum zu erkennen und wirkt sich nicht negativ auf die Optik aus. Neben dem Logo ist jeweils ein kreisrundes Kunststoffelement zu finden, welches als Schloss dient. Hierzu wurde in dieses Element eine dreieckige Aussparung eingelassen, in welche der mitgelieferte Schlüssel passt. Direkt neben diesem Element wurden zudem zwei Schlosssymbole in die Kunststoffblenden eingeprägt. Diese dienen zur Orientierung, ob die jeweilige Frontblende verriegelt ist oder nicht.
In das Ende der beiden Hebel wurde ein kleiner Griff eingearbeitet, durch welchen ein leichtes Öffnen der jeweiligen Laufwerksblende ermöglicht wird.

Am rechten Rand der Frontblende sind zudem noch zwei kleine Bohrungen zu finden, hinter welchen sich die Status-LEDs befinden.
Schaut man sich die EMK3201 Backplane einmal von ihrer Oberseite aus an, so hat man einen freien Blick auf den oberen Laufwerksschacht. Die Böden der beiden Laufwerksschächte sind jeweils mit einem Gelochten, recht dünnem Stahlblech ausgestattet.

Die SATA/SAS-Backplane wurde zum Schutz mit einem kleinen Metallblech zur Oberseite hin verkleidet.

Die EMK3201 Backplane verfügt über einen SATA-Anschluss mit patentierter NSS-Technologie (Non-Scratch-SATA), welche für eine sehr hohe, maximale Lebensdauer mit bis zu 50.000 Ein- und Ausbauten von Datenträgern sorgen soll.
Rechts neben dem Laufwerkskäfig sind zwei übereinander liegende Metallarme zu finden. Jeder Metallarm ist an der Vorderseite mit einer der beiden aufklappbaren Frontblenden verbunden. An seiner Hinterseite ist jeder Metallarm mit einem weiteren Metallarm verbunden, welcher in das Innere des jeweiligen Laufwerkskäfigs ragt. Durch das Öffnen einer Frontblende wird somit auch der Metallarm mit bewegt, welcher mittels des an ihm angebrachten Armes dafür sorgt, dass das verbaute Laufwerk ein Stück aus dem Laufwerkkäfig herausgedrückt wird.

Wirft man einmal einen Blick auf die Rückseite der Backplane, so findet man hier neben zwei SATA-Anschlüssen und zwei Stromanschlüssen auch zwei kleine 4-PIN-Buchsen vor. Diese dienen zum Anschluss des Adapterkabels, welches sich an den beiden mitgelieferten Molexadaptern befindet, wodurch die Steuerung der Status-LEDs übernommen wird.

Die Verarbeitung ist sehr robust ausgeführt. Auch wenn bei der Front Kunststoff eingesetzt wird, setzt man seitens Enermax bei den beweglichen Teilen wie z.B. Bolzen, welche beansprucht werden auf Metall.

Montage:

Die Montage der EMK3201 Backplane gestaltet sich relativ simpel. Im ersten Schritt muss der gewünschte Einbauplatz vorbereitet werden. Dies geschieht, indem eine 3,5″ Laufwerksblende aus dem Gehäuse entfernt wird. Anschließend wird die Backplane in den nun frei zugänglichen Laufwerksschacht eingeschoben und mittels der mitgelieferten Schrauben verschraubt.

Der Anschluss kann je nach vorhandener Hardware am Mainboard oder einem entsprechenden Raidcontroller bewerkstelligt werden. Die im Lieferumfang enthaltenen SATA-Kabel verfügen an einer Seite über eine Haltenase, wodurch sie nicht ungewollt wieder vom Anschluss abrutschen. Der Stromanschluss kann entweder direkt mittels eines SATA-Stromkabels oder den mitgelieferten Molex-Adaptern erfolgen.
Bevor man die beiden Festplatten in der Backplane verbaut, sollte man diese auf ihrer Unterseite mit dem HDD protection film ausstatten, welcher dem Lieferumfang beiliegt. Dieser sorgt dafür, dass das an den Festplatten verbaute PCB keinen Kurzschluss erleiden kann.
Sind die gewünschten Festplatten entsprechend geschützt und die Backplane fest verschraubt, können die beiden Laufwerkblenden geöffnet und die Festplatten hineingeschoben werden.

Diese müssen nicht verschraubt werden, da sie durch einen an der Frontblende befestigten Metallbügel fest an den SATA-Anschluss gepresst werden.
Durch den verwendeten Anschluss können erfreulicher Weise nicht nur SATA, sondern auch SAS Festplatten verbaut werden.

Die Montage der Festplatten kann auch im laufenden Betrieb erfolgen. Hierzu muss jedoch im Bios die AHCI-Funktion aktiviert sein, damit die Festplatten auch ohne Neustart des Systems erkannt werden.

Test:

Der eigentliche Test der Backplane besteht aus zwei Abschnitten. Der erste Abschnitt wird für die meisten Nutzer der wichtigste sein, da es in diesem Abschnitt um die Übertragungsrate geht. Jedoch sollte man im Bezug auf die Lebensdauer der Hardware auch die Temperatur nicht aus dem Auge verlieren. Aus diesem Grund werden wir uns auch diese einmal etwas genauer annehmen.

Das Testsystem besteht aus:

  • Prozessor: i7 3930K @ 4,6GHz
  • Mainboard: Asrock Extreme11
  • Arbeitsspeicher: 32GB (4 x 8GB DDR3 1866MHz)
  • Grafikkarte: EVGY GTX Titan Hydro Copper
  • Netzteil: SS-860XP2 – Seasonic Platinum 860W
  • Systemlaufwerk: OCZ – RevoDrive 3 (240GB)
  • Testlaufwerke: OCZ Vertex450 ( 256 GB 2,5″ ), Western Digital WD10JPVX ( 1TB 2,5″ )

Um die maximale Übertragungsgeschwindigkeit zu ermitteln, setzten wir in diesem Test eine OCZ Vertex 450 mit 256GB ein.

Hierzu haben wir das Tool CrystalDiskMark eingesetzt.

Dadurch, dass die Daten nur durch die Backplane durchgeschliffen werden, und kein zusätzlicher Controller zum Einsatz kommt, werden hier Geschwindigkeiten erreicht, als wenn die Festplatte direkt am SATA- bzw. SAS Kabel angeschlossen wäre.

Durch den Umstand, dass die verbauten Laufwerke in einem etwas engeren Raum verbaut werden, als wenn man sie ganz normal in einem Computergehäuse verbaut, haben wir zudem auch einen Blick auf die Temperatur geworfen. Hierzu wurde eine 2,5″ Western Digital WD10JPVX Festplatten in dem Gehäuse verbaut. Der Temperaturunterschied zu der „normalen“ Montageart betrug nach einer vollständigen Formatierung des Laufwerkes 9,7°C. Werden zwei Festplatten in der EMK3201 Backplane verbaut, so steigt dieser Wert zwar noch einmal an, kommt jedoch auch dann noch nicht in einen kritischen Bereich.

Fazit:

Mit der EMK3201 Backplane hat Enermax eine sehr gut verarbeitete Backplane für 2,5″ Laufwerke in sein Sortiment aufgenommen. Durch die Tatsache, dass sie zwei Festplatten aufnimmt, wird zudem kein kostbarer Platz verschwendet, da der 3,5″ Laufwerksschacht voll ausgenutzt wird. Die verwendeten Festplatten können ganz einfach auch im laufenden Betrieb eingeschoben oder wieder herausgezogen werden. Hierdurch wird z.B. ein schneller wechseln zur Datensicherung oder zum Systemwechsel ermöglicht. Durch die beiden verbauten Schlösser kann man seine kostbaren Daten zudem vor eventuellen Langfingern auf der nächsten Lanparty schützen. Man sollte hier jedoch beachten, dass alle von Enermax verwendeten Schlüssel baugleich sind. Was die Datenübertragung angeht, konnte die Backplane genauso punkten, wie sie es auch bei der Kompatibilität tut. Hier ist Enermax einer der wenigen Hersteller der die Verwendung von SAS-Laufwerken ermöglicht. Der Preis von aktuell ca. 23€* ist zudem sehr angemessen.

Pro

  • Gute Verarbeitung
  • Lieferumfang
  • Kompatibilität
  • Datenübertragungsraten

Contra

  • Der HDD protection film ist nicht wiederverwendbar

Montage

Datentransfer

Wärmeabfuhr

Stromversorgung

Verarbeitung

Kompatibilität

Preis

Wir danken Enermax sehr für die Bereitstellung des Testmusters.