Cougar – GX-S 650 Watt Netzteil

Mit dem GX-S 650 Watt haben wir heute ein Netzteil aus dem Hause Cougar im Test, welches nicht nur durch eine stabile und hohe Ausgangsleistung punkten möchte, sondern auch durch eine hohe Effizienz sowie einen guten Preis/Leistungsverhältnis.

Welche Leistung in dem neuen GX-S 650 Watt steckt und wie sich das Netzteil aus dem Hause Cougar in unserem Test geschlagen hat, erfahrt ihr in diesem Review.

Technische Details:

  • Maße: 150 x 86 x 140 mm (B x H x T)
  • Lüfter: 120 mm (automatische Steuerung)
  • Farbe: Schwarz (Netzteil, Lüfter)
  • Effizienz: mindestens 90/87/87 % bei 50/20/100 % Last (115 Volt Eingangsspannung; Wirkungsgrad bei den in Europa üblichen 230 Volt liegt um bis zu 2 Prozentpunkte höher), 80 Plus Gold Zertifikat
  • Active PFC
  • Formfaktor: ATX12V 2.3
  • Leistung: 650 W
  • +3,3V: 22 A
  • +5V: 22 A
  • +3,3V & +5V kombiniert: 120 W
  • +12V: 650 W / 54,4 A
  • -12V: 3,6 W / 0,3 A
  • +5Vsb: 15 W / 3 A

Anschlüsse:


1 x 20+4 Pin


1 x 8 Pin EPS


4 x 6+2 PCI-E


8 x SATA


3 x Molex

Lieferumfang:

  • Cougar – GX-S 650 Watt
  • Kabelbinder
  • Schraubenset
  • Stromkabel
  • Handbuch

Design und Verarbeitung:

Das neue GX-S 650 wird von Cougar in einer schwarzen Verpackung geliefert, welcher mit weißen und goldenen Akzenten abgesetzt ist. Auf der Verpackungsvorderseite ist neben einem kleinen Produktbild auch ein großer Ausschnitt eines Produktbildes zu finden. Neben diesen Bildern befindet sich zudem eine Auflistung der wichtigsten Features des Netzteils auf dieser Verpackungsseite.

Die technischen Details wurden auf der Verpackungsrückseite abgedruckt. Hier findet man neben weiteren Produktbildern auch eine kurze Erklärung zu wichtigen Features wie der Lüftersteuerung.

Entnimmt man das Netzteil aus seiner Verpackung, so hat man ein Netzteil vor sich liegen, welches fast durchgehen in schwarz gehalten ist und trotz seiner Ausgangsleistung von 650 Watt sehr kompakt ausfällt. Das Netzteilgehäuse wurde aus schwarzem Stahlblech gefertigt. Das auffälligste Designmerkmal des GX-S 650 ist die Form und Positionierung des Lüftergitters. Dieses wurde nicht, wie man es von fast allen anderen Netzteilen am Markt kennt rund ausgeführt, sondern wurde mit einer achteckigen Form versehen. Zudem wurde der Ausschnitt für den 120-mm-Lüfter zur linken Seite des Netzteiles verschoben.

Das achteckige Lüftergitter verfügt über einen umlaufenden Rahmen, welcher von 13 runden Streben durchzogen wird. Mittig auf das in einem glänzenden Schwarz gehaltene Lüftergitter wurde das Cougar Logo angebracht. Dieses ist passend zur Zertifizierung des Netzteils in gold gehalten. Unterhalb des 120-mm-Lüfters wurde eine transparente Kunststoffscheibe verbaut, welche einen Teil der stromführenden Komponenten abdeckt. Diese Kunststoffscheibe soll dazu dienen, dass der Luftstrorm gezielt an die wichtigsten Komponenten geleitet werden kann.
Auf der linken Netzteilseite wurde ein schwarzer Aufkleber aufgeklebt, welcher neben den technischen Details auch mit einem goldenen Cougar Logo sowie dem Logo des 80 PLUS Gold Zertifikats bedruckt wurde.

Die Oberseite sowie auch die rechte Seite des Netzteilgehäuses sind frei von jeglichen Aufklebern.

Auf der Netzteilvorderseite wurde ein großflächiges Wabengitter verbaut, welches als Luftauslass dient. In diesem Bereich wurde neben der obligatorischen Kaltgerätebuchse auch der Powerschalter untergebracht.

Mit einem Blick auf die Netzteilrückseite findet man mehrere Kabelstränge vor, welche fest mit dem GX-S 650 verbunden sind. Cougar hat die einzelnen Kabelstränge mit einem schwarzen Kabelsleeving versehen, welches jedoch nicht ganz blickdicht ist. Da Cougar jedoch nur schwarze Stromkabel verwendet hat, fällt dies nur bei genauerem Hinsehen auf. Passend hierzu wurden auch alle Anschlüsse in Schwarz ausgeführt.

Cougar hat bei den verwendeten Kabeln darauf geachtet, dass sie eine ausreichende Länge haben, wodurch sie auch dann noch ohne Verlängerungskabel mit den jeweiligen Komponenten verbunden werden können, wenndas Netzteil in einem großen Gehäuse verbaut wird.

Innerer Aufbau

Mit einem Blick in das Netzteilinnere, welches durch das Öffnen des Gehäuses nicht nur einen Garantieverlust mit sich bringt, sondern durch stromführende Komponenten lebensgefährlich sein kann, wird man mit einem ersten Blick schon feststellen, dass Cougar nicht nur äußerlich auf eine schicke und hochwertige Verarbeitung gesetzt hat, sondern diese auch bei den verbauten Komponenten fortführt. Auf der Primär- als auch auf der Sekundärseite wurden seitens Cougar 105°C-Kondensatoren verbaut, welche eine lange Lebenserwartung mit sich bringen. Von der technischen Seite her setzt Cougar bei dem neuen GX-S 650 auf eine DC-DC Technologie. Die gesamte Spannung wird hierbei auf einer massiven 12V-Schiene zur Verfügung gestellt.
Die einzelnen Komponenten wurden jedoch nicht alle direkt auf dem eigentlichen PCB verbaut, sondern wurden auch auf kleine Tochterplatinen verteilt. Durch ihre Anordnung sorgen diese kleinen PCBs nicht nur für ein aufgeräumteres Layout, sondern auch dafür, dass Abwärme schneller abgeführt werden kann. Zudem wird so eine Möglichkeit für eine höhere Qualitätskontrolle geschaffen, da die einzelnen PCBs separat produziert und kontrolliert werden können.

Um eine hohe Betriebssicherheit zu gewährleisten, wurden seitens Cougar eine ganze Reihe an Schutzschaltungen in dem GX-S 650 Watt verbaut.

  • OVP (Überspannungsschutz)
  • UVP (Unterspannungsschutz)
  • SCP (Kurzschlussschutz)
  • OPP (Überlastschutz)
  • OCP (Überstromschutz)

Das Netzteil weißt eine Effizienz von mehr als 90% auf und trägt somit das 80 PLUS GOLD Zertifikat.

Bis auf das nicht ganz blickdichte Kabelsleeving wurde das Netzteil durchweg sehr gut verarbeitet.

Test:

Power Good Signal

Im ersten Test überprüfen wir die PG-Time. Das Power Good Signal muss gemäß der ATX-Norm nach mindestens 100 und maximal 500 ms kommen. Das Signal signalisiert dem Mainboard, dass das Netzteil bereit ist, alle Spannungen passen und der Computer gestartet werden kann. Kommt das Signal nicht innerhalb dieses Zeitraums, ist das Netzteil defekt und muss getauscht werden.

Das Power Good Signal kam bei unserem Testkandidaten nach 330ms und liegt damit im erlaubten Bereich.

Testsystem

Wir haben das Netzteil mit unserem i7-Testsystem getestet.

Da unser eigentliches Testsystem mit ca. 720 Watt mehr Strom braucht, als das Netzteil nach Herstellerangaben liefern kann, haben wir die zwei EVGA GTX Titan Hydro Copper aus dem Testsystem entfernt und verwenden in diesen Test mit einer GTX470 ein etwas abgespecktes Testsystem.

Das Testsystem besteht somit aus:

  • I7 3930K @ 4,8GHz
  • Asrock Extreme 11
  • GTX470
  • 64GB (8 x 8GB DDR3 2133MHz)
  • Areca 1880ix
  • 4 x 300GB Seagate SAS im Raid 5

Das o.g. System inkl. Netzteil weist einen Strombedarf von etwa 180 Watt (IDLE) bis ca. 540 Watt (Volllast übertaktet) auf. Dieser kann jedoch je nach verwendetem Netzteil unterschiedlich sein. Unter Volllast wird besonders auf die Stabilität der Spannungen geachtet.
Um Netzteile auszulasten, welche mehr Leistung liefern, als unser Testsystem benötigt, stehen 26 separate Peltierelemente zur Verfügung. Diese haben eine Leistungsaufnahme von je 50W. Die Peltierelemente können einzeln zugeschaltet werden. Die Stromversorgung wird über Adapter hergestellt, welche an die PCI-E Anschlüsse angeschlossen werden.
Somit ist mit dieser Konfiguration eine maximale Leistungsaufnahme von ca. 1840 Watt möglich.
Ausgelesen werden die Spannungen mithilfe eines Multimeters (VOLTCRAFT VC830).
Um das System zu 100% auszulasten, wird die Software Prime 95 und der Benchmark 3DMark 11 eingesetzt und wenn nötig entsprechende Peltierelemente zugeschaltet. Die Testprogramme werden parallel ausgeführt, damit CPU und Grafikkarte gleichzeitig unter Volllast laufen und so der maximale Stromverbrauch erreicht wird.

Um der Qualität des Netzteiles etwas genauer auf den Zahn fühlen zu können, werden wir das System 48 Stunden unter Volllast betreiben. Zusätzlich werden wir das Netzteil noch so weit wie möglich oberhalb seiner Spezifikationen zu betreiben.

Spannungen

Die ATX-Norm gibt die Spannungstoleranzen für Netzteile detailliert vor: Auf 3,3 Volt, 5 Volt und 12 Volt sind je 5% nach oben sowie nach unten erlaubt.

Spannungstest

Die Spannungen sollten nach Möglichkeiten auch bei einem Lastwechsel möglichst gleich bleiben und nicht nach oben oder unten ausbrechen.

Aus diesem Grund haben wir den Lastwechsel in vier Stufen aufgeteilt.
Zum Darstellen der ersten Last läuft unser Testsystem mit dem verbauten Netzteil im Idle-Mode.
Die zweite Laststufe wird unter Volllast des Systems simuliert. Das System ist hierbei nicht übertaktet.
Die dritte Laststufe wird dann mittels eines übertakteten Testsystems erreicht.
Die vierte Laststufe wird dann mittels des übertakteten Testsystems und Zuschaltung der Peltierelemente erreicht. Es werden so viele Peltierelemente gleichzeitig zugeschaltet, dass das Netzteil bei etwa 100% Auslastung arbeitet.

Mit einem Blick auf das Testergebnis ist sehr schnell zu erkennen, dass das GX-S 650 in unserem Test ein sehr gutes Ergebnis erreicht hat. Das Netzteil weist zwar sehr geringe Spannungsschwankungen auf, diese bewegen sich jedoch in einem vollkommen unbedenklichen Bereich.

Unseren 48h Dauertest mit zwei hinzugeschalteten Peltierelementen überlebte das Netzteil mit einer durchschnittlichen Last von 637 Watt problemlos. Die durchschnittliche Last ist durch den Wechsel zwischen 2D und 3D Modus innerhalb des Benchmarks geringer als die Lastspitze von 643 Watt in unserem Spannungstest. Die Lautstärke des Netzteiles liegt im Großen und Ganzen auf einem guten Niveau.

Wir wollten aber noch etwas genauer wissen, welche Leistung in dem Netzteil steckt und haben aus diesem Grund versucht, das Netzteil an seine Leistungsgrenzen zu bringen. Um dies zu bewerkstelligen, haben wir damit begonnen weitere Peltierelemente zu zuschalten.

Im ersten Schritt haben wir hierzu ein weiteres Peltierelement hinzugeschaltet und einen Dauertest von einer Stunde gestartet.
In diesem zog das Netzteil bei Spannungsspitzen 695 Watt aus der Steckdose. Da die Spannungen auch in diesem Test noch alle im grünen Bereich lagen, haben wir einen weiteren Test gestartet. Eine zweite Runde war jedoch nicht möglich. Hier schaltete sich das Netzteil gleich nach dem Starten der Benchmarks durch die verbaute Schutzschaltung ab.

Das Netzteil zog unter Verwendung unserer Hardware (ohne hinzugeschaltete Peltierelemente) diese Spannung aus der Steckdose:

Fazit:

Mit dem GX-S 650 Watt hat Cougar ein neues Netzteil in sein Sortiment aufgenommen, bei welchem man durchweg auf eine sehr saubere und hochwertige Verarbeitung gesetzt hat. Im Inneren des Netzteils setzt Cougar auf eine effiziente DC-DC-Schaltung gepaart mit hochwertigen Komponenten. Sowohl auf der Primär- als auch Sekundärseite hat man durchweg hochwertige 105°C Kondensatoren eingesetzt. Auch äußerlich wurde das Netzteil sauber verarbeitet. Cougar hat zwar kein blickdichtes Kabelsleeving verbaut, dafür sind jedoch alle verwendeten Kabel mit einer schwarzen Ummantelung versehen, wodurch dies weniger auffällt, als wenn hier bunte Ummantelungen verwendet worden wären. In unserem Test hat das GX-S 650 Watt durchweg eine sehr gute und zudem stabile Leistung geliefert. Diese konnte auch unter Volllast bei einer angenehmen Geräuschkulisse abgerufen werden. Das Netzteil konnte in unserem Test nicht nur die angegebene Leistung liefern, sondern brachte auch in einem Dauertest von einer Stunde problemlos 50W mehr Leistung an unser Testsystem, als die von Cougar angegebene Maximalleistung erlaubt. Wer noch mehr aus dem Netzteil kitzeln will, wird von den verbauten Schutzschaltungen ausgebremst, denn eine Überlastung des Netzteiles wirkt sich bekanntlich negativ auf die Lebenserwartung der Komponenten aus und könnte sie, wenn die Überlastung zu hoch ist, auch beschädigen. Aber es ist dennoch beruhigend, wenn man für einen kurzzeitigen Notfall ein paar Watt in der Reserve hat. Die Garantiezeit des GX-S 650 liegt bei drei Jahren und somit bei einem Jahr über der gesetzlich vorgeschriebenen Gewährleistungszeit. Preislich liegt das neue GX-S 650 aktuell bei knapp 85€*.

Pro

  • Sehr hochwertige Verarbeitung
  • Stabile Spannungen
  • Anzahl und eingreifen der Schutzschaltungen
  • Lautstärke

Contra

  • Kein blickdichtes Kabelsleeving

Verarbeitung

Leistung

Spannungsstabilität

Leistungsaufnahme

Ausstattung

Lautstärke

Modding

Lieferumfang

Preis

Ein besonderer Dank geht an Caseking für die Bereitstellung des Testmusters.