CHIEFTEC – SFX-500GD-C SFX-Netzteil

Mit dem SFX-500GD-C haben wir heute ein SFX-Netzteil von CHIEFTEC im Test, welches nicht nur durch eine hohe Leistung, sondern auch durch eine gute Verarbeitung und einer hohen Effizienz überzeugen möchte.

Welche Leistung in dem SFX-500GD-C steckt und wie sich das Netzteil in unserem Test geschlagen hat, erfahrt ihr in diesem Review.

Technische Details:

  • 130 mm x 125 mm x 64 mm
  • Lüfter: 120 mm
  • Farbe: Schwarz
  • Effizienz: > 90%
  • Active PFC
  • Formfaktor: SFX 12V 2.3
  • Leistung: 500 W
  • +3,3V: 20 A
  • +5V: 20 A
  • +3,3V & +5V kombiniert: 105 W
  • +12V: 40A / 480W
  • -12V: 0,3 A
  • +5Vsb: 3 A

Anschlüsse:


1 x 20+4 Pin


1 x 8 Pin EPS


2 x 6+2 PCI-E


4 x SATA


2 x Molex

Lieferumfang:

  • CHIEFTEC – SFX-500GD-C
  • Schraubenset
  • Anleitung
  • Stromkabel
  • ATX-Adapterblende

Design und Verarbeitung:

Das SFX-500GD-C wird von CHIEFTEC in einer schwarzen Verpackung geliefert, welcher auf der Vorder- als auch der Rückseite neben der Modellbezeichnung und dem CHIEFTEC Logo auch mit einem Produktbild des SFX-Netzteils bedruckt wurde.

Eine Auflistung der technischen Details sucht man auf der Verpackung vergebens.

Entnimmt man das Netzteil aus seiner Verpackung, so hat man ein sehr kompaktes, schwarzes Netzteil vor sich liegen, welches im SFX-Formfaktor gehalten ist. Dieser Formfaktor kommt vorallem in kompakten Mini-ITX Gehäusen zum Einsatz.

CHIEFTEC hat auf der linken Netzteilseite einen schwarzen Aufkleber aufgebracht, welcher in einem kontrastreichen Weiß mit der Modellbezeichnung bedruckt wurde. Zudem wurde auf diesem Aufkleber noch das Logo des 80 PLUS Gold Zertifikat abgedruckt.

Auf der rechten Netzteilseite hat CHIEFTEC auf diesen Aufkleber verzichtet. Anstelle dieses Aufklebers wurden hier die Prüfsiegel sowie die Seriennummer aufgeklebt.

Auf der Oberseite des Netzteiles wurde ein Aufkleber aufgeklebt, welcher die technischen Details des Netzteiles bereithält. Dieser verfügt über eine Umrandung, welche passend zu der Zertifizierung des Netzteiles in einem Goldton gehalten ist.

Mit einem Blick auf die Unterseite des SFX-500GD-C findet man ein schwarzes Lüftergitter vor, welches mittig mit dem CHIEFTEC Logo versehen wurde. Auch das hier aufgebrachte Logo wurde in einem goldenen Farbton gehalten.

Hinter dem Lüftergitter hat CHIEFTEC einen 120-mm-Lüfter verbaut, welcher über geschwungene und zugleich leicht transparente Lüfterblätter verfügt. Diese Lüftergröße wird in dem Netzteil dadurch möglich, dass CHIEFTEC eine Lücke in den Spezifikationen des SFX-Formates ausnutzt. Bei diesem sind nur die Breite und die Höhe fest vorgegeben. Die Netzteillänge beläuft sich in der Regel auf 100mm. CHIEFTEC hat sein Modell in die Länge gezogen, sodass es eine quadratische Bauform aufweist.

Auf der Netzteilrückseite findet man ein großflächiges Wabengitter vor, welches als Luftauslass dient. In diesen wurde neben der obligatorischen Kaltgerätebuchse auch ein Powerschalter verbaut.

Wirft man einmal einen Blick auf die Vorderseite des Netzteils so findet man hier keinerlei Kabel vor. CHIEFTEC hat das SFX-500GD-C als vollmodulares Netzteil ausgelegt.

Neben zwei Anschlüssen, an welchen die Stromkabel zur Mainboardversorgung angeschlossen werden, findet man auch einen Anschluss für die Versorgung der Grafikkarte und zwei Anschlüsse für die Laufwerke. Eine Besonderheit des SFX-500GD-C liegt bei dem angewendeten Formfaktor bei der Anzahl der Anschlüsse. Wo die meisten Netzteile dieser Bauart nur einen 6+2-PIN-Anschluss aufweisen, bringt das SFX-500GD-C zwei dieser Anschlüsse mit, wodurch auch leistungsstarke Grafikkarten angeschlossen werden können. Die im Lieferumfang enthalten modularen Kabel sind mit einem Kabelsleeving versehen, welches jedoch leider nicht vollständig blickdicht ausgeführt ist.

Innerer Aufbau

Mit einem Blick in das Netzteilinnere, welches durch das Öffnen des Gehäuses nicht nur einen Garantieverlust mit sich bringt, sondern durch stromführende Komponenten lebensgefährlich sein kann, findet man auf der Primärseite einen 85°C Kondensator vor. Auf der Sekundärseite hat CHIEFTEC durchweg hochwertige 105°C Kondensatoren verbaut. CHIEFTEC setzt bei dem SFX-500GD-C auf eine Singel-Rail gepaart mit der DC-to-DC Technologie. Durch die kompakten Abmessungen des Netzteiles geht es im Inneren recht eng zu. Um eine ausreichende Kühlung zu gewährleisten, hat CHIEFTEC nicht nur einen 120-mm-Lüfter verbaut, welcher für eine leise Kühlung des Netzteils sorgt. CHIEFTEC hat zudem zwei große Kühlkörper in dem Netzteil verbaut.
Die einzelnen Komponenten wurden jedoch nicht alle direkt auf dem eigentlichen PCB verbaut, sondern wurden auch auf kleine Tochterplatinen verteilt. Durch ihre Anordnung sorgen diese kleinen PCBs nicht nur für ein aufgeräumteres Layout, sondern auch dafür, dass Abwärme schneller abgeführt werden kann. Zudem wird so eine Möglichkeit für eine höhere Qualitätskontrolle geschaffen, da die einzelnen PCBs separat produziert und kontrolliert werden können. Die Lötstellen wurden durchweg sehr gut ausgeführt.

Um eine hohe Betriebssicherheit zu gewährleisten, wurden seitens CHIEFTEC eine ganze Reihe an Schutzschaltungen in dem SFX-500GD-C verbaut.

  • OVP (Überspannungsschutz)
  • UVP (Unterspannungsschutz)
  • SCP (Kurzschlussschutz)
  • OPP (Überlastschutz)
  • OCP (Überstromschutz)
  • OTP (Over Temperature Protection)

Das Netzteil weißt eine Effizienz von bis zu 92% auf und trägt somit zurecht das 80 PLUS GOLD Zertifikat

Das CHIEFTEC SFX-500GD-C wurde sehr gut verarbeitet. Durch den vollmodularen Aufbau wird nicht nur die Montage des Netzteils vereinfacht, sondern auch die Anbringung eines individuellen Kabelsleevings. Auch bei den inneren Komponenten setzt CHIEFTEC fast durchweg auf sehr hochwertige Komponenten. Um die Kompatibilität zu steigern, liefert CHIEFTEC sogar eine Blende mit, durch welche das Netzteil anstelle eines normalen ATX-Netzteils verbaut werden kann.

Test:

Power Good Signal

Im ersten Test überprüfen wir die PG-Time. Das Power Good Signal muss gemäß der ATX-Norm nach mindestens 100 und maximal 500 ms kommen. Das Signal signalisiert dem Mainboard, dass das Netzteil bereit ist, alle Spannungen passen und der Computer gestartet werden kann. Kommt das Signal nicht innerhalb dieses Zeitraums, ist das Netzteil defekt und muss getauscht werden.

Das Power Good Signal kam bei unserem Testkandidaten nach 290ms und liegt damit zwar im oberen Drittel aber noch voll und ganz im erlaubten Bereich.

Testsystem

Wir haben das Netzteil mit unserem i7-Testsystem getestet.

Da unser eigentliches Testsystem mit ca. 720 Watt mehr Strom braucht, als das Netzteil nach Herstellerangaben liefern kann, haben wir die zwei EVGA GTX Titan Hydro Copper aus dem Testsystem entfernt und verwenden in diesen Test ein etwas abgespecktes Testsystem.

Das Testsystem besteht somit aus:

  • I7 3930K @ 4,8GHz
  • Asrock Extreme 11
  • GTX470
  • 64GB (8 x 8GB DDR3 2133MHz)
  • Areca 1880ix
  • 4 x 300GB Seagate SAS im Raid 5

Das o.g. System inkl. Netzteil weist einen Strombedarf von etwa 180 Watt (IDLE) bis ca. 540 Watt (Volllast übertaktet) auf. Dieser kann jedoch je nach verwendetem Netzteil unterschiedlich sein. Unter Volllast wird besonders auf die Stabilität der Spannungen geachtet.
Um Netzteile auszulasten, welche mehr Leistung liefern, als unser Testsystem benötigt, stehen 26 separate Peltierelemente zur Verfügung. Diese haben eine Leistungsaufnahme von je 50W. Die Peltierelemente können einzeln zugeschaltet werden. Die Stromversorgung wird über Adapter hergestellt, welche an die PCI-E Anschlüsse angeschlossen werden.
Somit ist mit dieser Konfiguration eine maximale Leistungsaufnahme von ca. 1840 Watt möglich.
Ausgelesen werden die Spannungen mithilfe eines Multimeters (VOLTCRAFT VC830).
Um das System zu 100% auszulasten, wird die Software Prime 95 und der Benchmark 3DMark 11 eingesetzt und wenn nötig entsprechende Peltierelemente zugeschaltet. Die Testprogramme werden parallel ausgeführt, damit CPU und Grafikkarte gleichzeitig unter Volllast laufen und so der maximale Stromverbrauch erreicht wird.

Um der Qualität des Netzteiles etwas genauer auf den Zahn fühlen zu können, werden wir das System 48h unter Volllast betreiben. Zusätzlich werden wir das Netzteil noch so weit wie möglich oberhalb seiner Spezifikationen zu betreiben.

Spannungen

Die ATX-Norm gibt die Spannungstoleranzen für Netzteile detailliert vor: Auf 3,3 Volt, 5 Volt und 12 Volt sind je 5% nach oben sowie nach unten erlaubt.

Spannungstest

Die Spannungen sollten nach Möglichkeiten auch bei einem Lastwechsel möglichst gleich bleiben und nicht nach oben oder unten ausbrechen.

Aus diesem Grund haben wir den Lastwechsel in vier Stufen aufgeteilt.
Zum Darstellen der ersten Last läuft unser Testsystem mit dem verbauten Netzteil im Idle-Mode.
Die zweite Laststufe wird unter Volllast des Systems simuliert. Das System ist hierbei nicht übertaktet.
Die dritte Laststufe wird dann mittels eines übertakteten Testsystems erreicht.

Mit einem Blick auf das erreichte Testergebnis ist zu erkennen, dass das SFX-500GD-C unseren Test mit sehr stabilen Spannungen durchlaufen hat. Lediglich bei dem Wechsel in die letzte Laststufe ist ein kleiner Spannungseinbruch auf der 12V-Schiene zu erkennen. Im Vergleich zu den anderen Netzteiltests von uns, haben wir in dieser Testrunde keine Peltierelemente hinzugeschaltet, da das Netzteil mit unserem übertakteten Testsystem schon an seine Grenzen kommt.

Unseren 48h Dauertest ohne hinzugeschaltete Peltierelemente überstand das Netzteil mit einer durchschnittlichen Last von 534 Watt problemlos. Die durchschnittliche Last ist durch den Wechsel zwischen 2D und 3D Modus innerhalb des Benchmarks geringer als die Lastspitze von 540 Watt in unserem Spannungstest. Die Lautstärke des Netzteiles liegt im Großen und Ganzen auf einem guten Niveau.

Auch wenn das Netzteil in unserem ersten Dauertest schon unter Beweis gestellt hat, dass es mehr Leistung liefern kann, als von CHIEFTEC angegeben wurde, wollten wir dennoch wissen, wie viel Leistung wir das dem kleinen Netzteil ziehen können. Hierzu wurde ein Peltierlement hinzugeschaltet und eine weitere Testrunde gestartet. In dieser schaltete sich das Netzteil gleich nach dem Starten der Benchmarks durch die verbaute Schutzschaltung ab.

Das Netzteil zog unter Verwendung unserer Hardware (ohne hinzugeschaltete Peltierelemente) diese Spannung aus der Steckdose:

Fazit:

Mit dem SFX-500GD-C hat CHIEFTEC einen SFX-Netzteil in seinem Sortiment, welches speziell für Gamer ausgelegt ist. Für diese bietet der kleine Kraftzwerg eine hohe Ausgangsleistung, bei einer sehr gute Spannungsstabilität. Durch die gebotene Ausgangsleistung ist es problemlos möglich, auch eine leistungsstarke Grafikkarte in seinem Mini-ITX System zu verbauen, welche auf zwei 8-PIN-Anschlüsse setzt. Die Verarbeitung ist bis auf das nicht ganz blickdichte Kabelsleeving sehr gut ausgeführt. Durch den vollmodularen Aufbau wird nicht nur die Montage im Gehäuse vereinfacht, sondern auch die Anbringung eines individuellen Kabelseevings. Durch den umfangreichen Lieferumfang kann das Netzteil auch anstelle eines normalen ATX-Netzteils verbaut werden, was gerade in so manchen mini-ITX Gehäusen für zusätzlichen Platz sorgt. Der verbaute Lüfter verrichtet seine Arbeit auch unter Volllast erstaunlich leise. Hier hatten wir schon normale ATX-Netzteile im Test, welche lauter ans Werk gingen. Durch den großen Lüfter fällt das Netzteil jedoch auch etwas länger aus, als ein normales SFX-Netzteil. Aus diesem Grund sollte man sich vor dem Kauf informieren, ob das Netzteil in das eigene Gehäuse passt. Preislich liegt das SFX-500GD-C aktuell bei knapp 76€*.

Pro

  • Sehr hochwertige Verarbeitung
  • Stabile Spannungen
  • Vollmodular
  • Anzahl und eingreifen der Schutzschaltungen
  • Lautstärke

Contra

  • Kein blickdichtes Kabelsleeving

Verarbeitung

Leistung

Spannungsstabilität

Leistungsaufnahme

Ausstattung

Lautstärke

Modding

Lieferumfang

Preis

Ein besonderer Dank geht an CHIEFTEC für die Bereitstellung des Testmusters.