CHIEFTEC – NAVITAS – GPM-1250C 1250 Watt Netzteil

Mit dem GPM-1250C haben wir heute das 1250-Watt-Netzteil aus der NAVITAS Serie von CHIEFTEC im Test, welches nicht nur durch seine hohe Leistung, sondern auch durch eine Gold-Zertifizierung bei dieser hohen Leistung punkten will.

Welche Leistung in dem GPM-1250C steckt und wie es sich auf unserem Prüfstand geschlagen hat, erfahrt ihr in diesem Review.

Technische Details:

  • Maße: 200 mm x 150 mm x 87 mm
  • Lüfter: 140 mm (automatische Steuerung)
  • Farbe: Schwarz (Netzteil, Lüfter)
  • Effizienz: > 90%, 80 Plus Gold Zertifikat
  • Active PFC
  • Formfaktor: ATX12V 2.3
  • Leistung: 1250 W
  • +3,3V: 25 A
  • +5V: 25 A
  • +3,3V & +5V kombiniert: 150 W
  • +12V: 104A / 1248W
  • -12V: 0,8 A
  • +5Vsb: 4,0 A
  • Garantie: 3 Jahre

Anschlüsse:


1 x 20+4 Pin


2 x 8 Pin EPS


6 x 6+2 PCI-E


12 x SATA


3 x Molex


1 x Floppy

Lieferumfang:

  • CHIEFTEC GPM-1250 1250Watt
  • Kabelset
  • Schraubenset
  • Anleitung
  • Stromkabel

Design und Verarbeitung:

Das GPM-1250C aus der NAVITAS Serie von CHIEFTEC wird in einer recht großen Verpackung geliefert, welche in einem hellen Grauton gehalten ist. Auf der Vorder- und Rückseite der Verpackung wurde ein Produktbild des GPM-1250C abgedruckt. Das Netzteil wurde hierbei in einer Pfütze aus flüssigem Gold abgebildet. Neben der Leistungsangabe und der Modellreihe wurde auf die Oberseite auch noch der Slogan Energy is Gold abgedruckt, welcher einem wie auch die Pfütze aus geschmolzenem Gold, in welchem das Produktbild des Netzteiles abgebildet wurde, einen Hinweis auf das 80 Plus Gold Zertifikat gibt, welches das Netzteil trägt.

Die technischen Details wurden nicht auf die Verpackung aufgedruckt.

Entnimmt man das GPM-1250C aus seiner Verpackung, so hält man ein recht großes und schweres ATX-Netzteil in der Hand, welches mit einer recht besonderen Oberfläche daher kommt.

Das Metallgehäuse des GPM-1250C wurde mit einem schwarzen, sehr fein ausfallenden Strukturlack versehen, welcher dem Netzteil einen recht besonderen Look verpasst. Diese Lackart ist zudem recht robust, wodurch er auch nach mehrmaligem Ein- und Ausbau des Netzteiles noch wie neu aussieht. Viele der sonst oft bei Netzteilen verwendeten Lacke platzen hier gerade an den Kanten und Ecken des Netzteiles schnell einmal ab. Der normale Anwender wird hier kaum einen Unterschied spüren, da er das Netzteil meist einmal verbaut und dann nicht mehr anrührt. Casemodder verbauen ihr Netzteil jedoch oft einmal zum Test in dem noch nicht ganz fertigen Mod. Hier ist es dann sehr schade, wenn der Mod dann fertiggestellt ist, wunderschön aussieht, am Netzteil jedoch schon der Lack absplittert.

Auf die Oberseite des Netzteiles wurde ein Aufkleber aufgeklebt, welcher passend zu dem Slogan Energy is Gold mit einem goldenen Rand versehen ist. Der Aufkleber beinhaltet neben der Modellreihe und dem genauen Modell auch die technischen Daten des Netzteiles.

Auf die linke Außenseite des Netzteiles wurde ebenfalls ein großer Aufkleber auf das Netzteil aufgebracht, welcher die Modellreihe des Netzteiles widerspiegelt. Zudem wurde auf diesem Aufkleber auch noch einmal ein kleiner Klecks des flüssigen Goldes abgedruckt, welches wir schon von der Verpackung des GPM-1250C kennen.

Auf der rechten Netzteilseite befindet sich hingegen lediglich ein kleiner Aufkleber, welcher die Seriennummer des Netzteiles beinhaltet.

In der Vorderseite des GPM-1250C sind neben drei fest mit dem Netzteil verbundenen Kabelsträngen auch die modularen Anschlüsse zu finden.
Neben dem obligatorischen 20+4-PIN-ATX-Kabelstrang werden aus dem GPM-1250C auch zwei 8-PIN-Kabelstränge herausgeführt.

Bei den modularen Anschlüssen sind zwei Arten von Anschlüssen zu finden. Auf der linken Seite wurden sechs 8-PIN-Anschlüsse eingearbeitet, welche mit einer roten Buchse versehen wurden. Hierbei handelt es sich um die Anschlüsse, welche zum Anschluss von 6-PIN bzw. 8-PIN-PCIe Anschlüssen an Grafikkarten gedacht sind. Neben diesen befinden sich noch fünf 6-PIN-Anschlüsse an der Vorderseite des GPM-1250C, an welchen die SATA bzw. das Molex-Kabel angeschlossen werden können.
Um diese Anschlüsse herum wurde ein weiterer Aufkleber auf das Netzteil aufgeklebt, welcher neben einer detaillierten Beschriftung der einzelnen Anschlüsse auch mit dem CHIEFTEC Logo sowie dem Slogan der NAVITAS Netzteil-Serie bedruckt worden ist.

Alle auf dem GPM-1250C aufgeklebten Aufkleber lassen sich recht einfach entfernen, wodurch das Netzteil sehr gut in Casemods eingegliedert werden kann. Den Aufkleber mit der Seriennummer, sowie das Garantiesiegel sollte man jedoch auf keinen Fall entfernen, wenn man keinen Garantieverlust erleiden will.

CHIEFTEC legt dem GPM-1250C genau so viele Kabel in der entsprechenden Ausführung bei, wie das Netzteil über Anschlüsse verfügt.

Die fest an dem GPM-1250C verbauten, als auch die modularen Kabel wurden mit einem entsprechenden Kabelsleeving versehen. Dieses ist jedoch leider nicht ganz blickdicht. Diese Eigenschaft wirkt sich nicht störend auf die Luftzirkulation aus, sondern ist ein rein optischer Aspekt. Viele Casemodder werden diese Kabel eh mit einem Sleeving in ihren Wunschfarben versehen, für anspruchsvolle Gamer, welche eventuell über ein Sichtfenster in ihrem PC verfügen, wäre ein blickdichtes Sleeving jedoch ansprechender gewesen.

Auf der Vorderseite des Netzteiles ist ein großflächiges Wabengitter zu finden, welches als Luftauslass dient. Neben diesem befindet sich der On/Off-Schalter sowie die Kaltgerätebuchse.

Auf der Unterseite des Netzteiles wurde mittig in das Netzteilgehäuse eine Aussparung eingearbeitet, hinter welcher sich ein schwarzer 140-mm-Lüfter befindet. Dieser wird durch ein schwarzes Lüftergitter geschützt, auf dessen Mitte ein goldenes CHIEFTEC Logo aufgeklebt wurde.

Innere Aufbau:

Im Inneren des GPM-1250C wurde auf eine saubere und hochwertige Verarbeitung geachtet. Die einzelnen Lötstellen sind sehr sauber verarbeitet. Nicht nur die Verarbeitung wurde hochwertig durchgeführt, sondern auch, was die verbauten Komponenten angeht, setzt man z.B. auf einen hochwertigen 105° Kondensator.

Der 12V-Single-Rail stehen bei dem GPM-1250C 104 Ampere und somit 1248 Watt zur Verfügung. Diese ist somit ausreichend stark dimensioniert, um auch mit einem SLI oder Corssfire-Gespann zurechtzukommen. Ohne entsprechende Adapter, von welchen wir grundlegend abraten, ist ein sehr potentes 4-Way-SLI bzw. Corssfire-System jedoch nicht möglich, da sich nur sechs PCIe-Anschlüsse an dem GPM-1250C befinden.

CHIEFTEC hat dem GPM-1250C eine Vielzahl an Schutzmechanismen verpasst. Zu diesen gehören:

  • UVP (Undervoltage protection)
  • OVP (Overvoltage protection)
  • SCP (Short-circuit protection)
  • OPP (Overload protection)
  • OCP (Overcurrent protection)
  • OTP (Over Temperature Protection)
  • AFC (Automatic Fanspeed Control)

Die gesamte Verarbeitung ist auf einem sehr hohen Niveau und zudem auch optisch bis auf das nicht blickdichte Kabelsleeving ansprechend ausgeführt.

Test:

Power Good Signal

Im ersten Test überprüfen wir die PG-Time. Das Power Good Signal muss gemäß der ATX-Norm nach mindestens 100 und maximal 500 ms kommen. Das Signal signalisiert dem Mainboard, dass das Netzteil bereit ist, alle Spannungen passen und der Computer gestartet werden kann. Kommt das Signal nicht innerhalb dieses Zeitraums, ist das Netzteil defekt und muss getauscht werden.

Das Power Good Signal kam bei unserem Testkandidaten nach 320ms und liegt damit zwar im oberen Drittel, aber noch voll und ganz im erlaubten Bereich.

Testsystem

Wir haben das Netzteil mit unserem I7 Testsystem getestet.

Das Testsystem besteht aus:

I7 3930K @ 4,8GHz
Asrock Extreme 11
2 x EVGA GTX Titan Hydro Copper
64GB (8 x 8GB DDR3 2133MHz)
Areca 1880ix
4 x 300GB Seagate SAS im Raid 5

Das o.g. System inkl. Netzteil weist einen Strombedarf von etwa 180 Watt (IDLE) bis ca. 720 Watt (Volllast) auf. Diese Spannungen können jedoch je nach verwendetem Netzteil unterschiedlich sein. Unter Volllast wird besonders auf die Stabilität der Spannungen geachtet.
Um Netzteile auszulasten, welche mehr Leistung liefern, als unser Testsystem benötigt, stehen 14 separate Peltierelemente zur Verfügung. Diese haben eine Leistungsaufnahme von je 50W. Die Peltierelemente können einzeln zugeschaltet werden. Die Stromversorgung dieser wird über Adapter hergestellt, welche an die PCI-E Anschlüsse angeschlossen werden.
Somit ist eine maximale Leistungsaufnahme von ca. 1400 Watt möglich.
Ausgelesen werden die Spannungen mithilfe eines Multimeters (VOLTCRAFT VC830).
Um das System zu 100% auszulasten, wird die Software Prime 95 und der Benchmark 3DMark 11 eingesetzt und wenn nötig entsprechende Peltierelemente zugeschaltet. Die Testprogramme werden parallel ausgeführt, damit CPU und Grafikkarte gleichzeitig unter Volllast laufen und so der maximale Stromverbrauch erreicht wird.

Um der Qualität des Netzteiles etwas genauer auf den Zahn fühlen zu können, werden wir das System 48h unter Volllast betreiben.

Spannungen

Die ATX-Norm gibt die Spannungstoleranzen für Netzteile detailliert vor: Auf 3,3 Volt, 5 Volt und 12 Volt sind je 5% nach oben sowie nach unten erlaubt.

Spannungstest

Die Spannungen sollten nach Möglichkeiten auch bei einem Lastwechsel möglichst gleich bleiben und nicht nach oben oder unten ausbrechen.

Aus diesem Grund haben wir den Lastwechsel in vier Stufen aufgeteilt.
Zum Darstellen der ersten Last läuft unser Testsystem mit dem verbauten Netzteil im Idle-Mode.
Die zweite Laststufe wird unter Volllast des Systems simuliert. Das System ist hierbei nicht übertaktet.
Die dritte Laststufe wird dann mittels eines übertakteten Testsystems erreicht.
Die vierte Laststufe wird dann mittels des übertakteten Testsystems und Zuschaltung der Peltierelemente erreicht. Es werden so viele Peltierelemente zugeschaltet, dass das Netzteil bei etwa 100% Auslastung arbeitet.


3,3V


5V


12V

Das GPM-1250C steckt die ersten drei Laststufen ohne große Schwierigkeiten weg. Bei dem Wechsel in die zweite Laststufe ist ein kleiner Spannungseinbruch von 0,01V zu verzeichnen, um welche man sich jedoch keine Gedanken machen muss. Zum Wechsel in die vierte Laststufe werden 10 Peltierelemente gleichzeitig und somit 500 Watt zugeschaltet. Zu diesem Zeitpunkt zeigte unser Messgerät eine Spannungsaufnahme von 1229W an. Bei diesem Lastwechsel ist eine größere Spannungsschwankung auf der 12V-Schiene zu erkennen. Auch die 5V Spannung wies eine geringe Schwankung auf. Alle Spannungsschwankungen befinden sich problemlos innerhalb des Toleranzbereiches, wodurch man keine Angst um seine teure Hardware haben muss.

Unseren 48h Dauertest überlebte das Netzteil trotz einer durchschnittlichen Last von 1217 Watt problemlos. Die durchschnittliche Last ist durch den Wechsel zwischen 2D und 3D Modus innerhalb des Benchmarks geringer als die Lastspitze von 1229 Watt in unserem Spannungstest.

Wir wollten es aber noch etwas genauer wissen und haben das Netzteil aus diesem Grund noch weiter über seinen Spezifikationen betrieben. Um dies zu bewerkstelligen, haben wir weitere Peltierelemente zugeschaltet, um das Netzteil an seine Grenzen zu treiben.

Im ersten Schritt haben wir hierzu ein weiteres Peltierelement hinzugeschaltet und einen Dauertest von einer Stunde gestartet.
In diesem zog das Netzteil bei Spannungsspitzen 1285 Watt aus der Steckdose. In diesem Test war deutlich zu erkennen, dass die 12V-Schiene auf 11,93V eingebrochen ist. Da dies jedoch noch innerhalb der ATX-Spezifikationen liegt, haben wir nach einer erfolgreichen Runde weitere 50 Watt hinzugeschaltet und den Test erneut gestartet.
Gleich nach dem Start dieser Testrunde schaltete sich jedoch die Schutzschaltung des Netzteiles ein und das Netzteil ging somit aus.

Das Netzteil zog unter Verwendung unserer Hardware diese Spannung aus der Steckdose:

Fazit:

Das GPM-1250C konnte uns in unserem Test nicht nur durch die Verarbeitung überzeugen. Diese ist nicht nur auf der Außenseite durch den Strukturlack robust und zugleich ansprechend gelungen, sondern setzt sich auch bei den inneren Komponenten fort. Auch wenn CHIEFTEC seine Netzteile nicht selbst fertigt, wird bei dem Aufbau des Netzteiles auf hochwertige Komponenten geachtet. Leider spiegelt sich dies nicht so deutlich in der Garantiezeit wieder. Wo viele Hersteller fünf Jahre Garantie gewähren, gewährt CHIEFTEC eine Garantie von drei Jahren, welche somit jedoch ein Jahr länger ist, als die in Deutschland vorgeschriebene Gewährleistungszeit von zwei Jahren. Die Leistung des GPM-1250C kann sich durchweg sehen lassen. Wir konnten das Netzteil mit einer Dauerlast von knapp 1300 Watt auf einem stabilen Level betreiben. Dies ist eine Leistung, welche für eine hohe Anzahl von Komponenten bzw. ein Quad-SLI oder Quad-Corssfire System ausreichend ist. Anschlussseitig ist das GPM-1250C für diese Leistungsklasse jedoch etwas schwach ausgestattet. Mit einem Blick auf den aktuellen Verkaufspreis ist das Netzteil im Vergleich zu anderen Modellen in dieser Größenordnung mit knapp 170€* jedoch recht günstig. Kann man auf ein paar Anschlüsse verzichten, so ist das GPM-1250C als klarer Kauftipp zu bezeichnen, denn zwei PCIe- und ein paar Molex-Anschlüsse mehr, bedeuten mit einem Blick auf ein ähnliches Netzteil einen Aufpreis von 60€*.

Pro

  • Gute Verarbeitung
  • Stabile Spannungen
  • Teilmodular
  • Moddingpotential
  • Lieferumfang

Contra

  • Geringe Anzahl an Anschlüssen
  • Geringe Garantie im Vergleich zu Konkurrenzprodukten

Verarbeitung

Leistung

Spannungsstabilität

Leistungsaufnahme

Ausstattung

Lautstärke

Modding

Lieferumfang

Preis

Wir danken CHIEFTEC für die Bereitstellung des Testmusters.