CHIEFTEC – BDF-600S – 600 Watt Netzteil

Mit dem BDF-600S haben wir heute ein 600 Watt starkes Netzteil aus CHIEFTECs neuer PROTON Serie im Test, welches nicht nur mit einer guten Leistung, sondern durch die Double Forward Technologie auch mit einem guten Wirkungsgrad überzeugen soll.

Welche Leistung in dem neuen BDF-600S 600 Watt Netzteil steckt und wie sich das neue Netzteil aus dem Hause CHIEFTEC in unserem Test geschlagen hat, erfahrt ihr in diesem Review.

Technische Details:

  • Maße: 150 x 87 x 140 mm (B x H x T)
  • Lüfter: 120 mm (automatische Steuerung)
  • Farbe: Schwarz (Netzteil, Lüfter)
  • Effizienz: > 85%, 80 Plus Bronze Zertifikat
  • Active PFC
  • Formfaktor: PS II
  • Leistung: 600 W
  • +3,3V: 18 A
  • +5V: 18 A
  • +5V & +3,3V: 103W
  • +12V: 600 W / 50 A
  • -12V: 0,3 A
  • +5Vsb: 2,5 A

Anschlüsse:


1 x 20+4 Pin


1 x 8 Pin EPS


2 x 6+2 PCI-E


6 x SATA


2 x Molex

Lieferumfang:

  • CHIEFTEC – BDF-600S
  • Schraubenset
  • Stromkabel
  • Handbuch

Design und Verarbeitung:

Das BDF-600S aus der neuen PROTON Serie wird von CHIEFTEC in einer Verpackung geliefert, welche in einem schwarzen Design gehalten ist. Auf allen sechs Verpackungsseiten wurde der Schriftzug „PROTON POWER SOLUTION“ abgedruckt.

Auf der rechten Verpackungsseite ist zudem ein kleiner Hinweis auf das enthaltene Netzteil zu finden. Eine Auflistung der technischen Details sucht man jedoch vergebens.

Das Gehäuse des neuen BDF-600S wurde aus schwarz lackiertem Stahlblech gefertigt. Im Vergleich zu der kürzlich von CHIEFTEC vorgestellten POWER-SMART Serie weist die aufgebrachte Lackierung jedoch keine besondere Oberflächenbeschaffenheit auf.

Auf die Netzteiloberseite wurde ein Aufkleber angebracht, welcher durch seine Farbgebung an das Design der Verpackung angelehnt ist. Der Aufkleber ist neben der Modellreihe und dem genauen Modell auch mit den technischen Daten des Netzteils bedruckt.

Auf die linke Außenseite wurde ebenfalls ein großer Aufkleber aufgeklebt, welcher die Modellreihe des Netzteils widerspiegelt.

Auf der rechten Netzteilseite befinden sich hingegen lediglich kleine Prüfsiegel.

Aus der Rückseite des BDF-600S werden insgesamt fünf Kabelstränge herausgeführt. Neben dem obligatorischen 20+4-PIN-ATX-Kabelstrang, welcher mit einem relativ blickdichten Sleeving versehen wurde, werden an dieser Stelle auch noch vier Kabelstränge herausgeführt, welche als schwarze Flachbandkabel ausgeführt sind..

Da nicht nur die verwendeten Flachbandkabel mit schwarzen Adern versehen wurden, sondern auch der 20+4-PIN-ATX-Kabelstrang, fallen die sehr kleinen Lücken des aufgezogenen Sleevings kaum auf.

Alle auf dem BDF-600S aufgeklebten Aufkleber lassen sich, falls der Bedarf besteht, recht einfach entfernen, wodurch das Netzteil unauffällig in Casemods eingegliedert werden kann. Hierbei sollte man jedoch bedenken, dass es durch das Entfernen gewisser Siegel zu einem Garantieverlust kommen kann.

Auf der Vorderseite wurde das Netzteil mit einem großflächigen Wabengitter ausgestattet, welches als Luftauslass dient. Der Powerschalter sowie die Kaltgerätebuchse wurden direkt in das Wabengitter eingearbeitet.

Auf der Netzteilunterseite wurde ein temperaturgeregelter 120-mm-Lüfter verbaut. Der vollständig aus schwarzem Kunststoff gefertigte Lüfter wird hierbei durch ein schwarzes Lüftergitter geschützt.

Innerer Aufbau

Mit einem Blick in das Netzteilinnere, welches durch das Öffnen des Gehäuses nicht nur einen Garantieverlust mit sich bringt, sondern durch stromführende Komponenten lebensgefährlich sein kann, wird man mit einem ersten Blick schon feststellen, dass CHIEFTEC nicht nur äußerlich auf eine schicke und saubere Verarbeitung gesetzt hat, sondern diese auch bei den verbauten Komponenten auf hochwertige Komponenten zurückgegriffen hat. So kommen nicht nur auf der Primär-, sondern auch auf der Sekundärseite durchweg 105°C-Kondensatoren zum Einsatz, welche eine besonders lange Lebenserwartung mit sich bringen. Diese Kondensatoren bilden auch die Grundlage für die eingesetzte Double Forward Technologie, durch welche eine bestmögliche Effizienz erreicht werden soll. Die gesamte Spannung wird hierbei auf einer massiven 12V-Schiene zur Verfügung gestellt, welche mit bis zu 50 Ampere belastet werden kann.
Die einzelnen Komponenten wurden jedoch nicht alle direkt auf dem eigentlichen PCB verbaut, sondern auch auf kleine Tochterplatinen verteilt. Durch ihre Anordnung sorgen diese kleinen PCBs nicht nur für ein aufgeräumteres PCB-Layout, sondern auch dafür, dass die entstehende Abwärme schneller abgeführt werden kann. Zudem wird so eine Möglichkeit für eine höhere Qualitätskontrolle geschaffen, da die einzelnen PCBs separat produziert und kontrolliert werden können.

Um eine hohe Betriebssicherheit zu gewährleisten, wurden seitens CHIEFTEC einige Schutzschaltungen in dem BDF-600S verbaut.

  • OVP (Überspannungsschutz)
  • UVP (Unterspannungsschutz)
  • SCP (Kurzschlussschutz)
  • OPP (Überlastschutz)
  • AFC (Automatic Fanspeed Control)
  • OCP (Überstromschutz)
  • OTP (Überhitzungsschutz)

Das Netzteil weißt eine Effizienz von über 85% auf und trägt somit das 80 PLUS BRONZE Zertifikat.

Die Verarbeitung wurde seitens CHIEFTEC sauber ausgeführt.

Test:

Power Good Signal

Im ersten Test überprüfen wir die PG-Time. Das Power Good Signal muss gemäß der ATX-Norm nach mindestens 100 und maximal 500 ms kommen. Das Signal signalisiert dem Mainboard, dass das Netzteil bereit ist, alle Spannungen passen und der Computer gestartet werden kann. Kommt das Signal nicht innerhalb dieses Zeitraums, ist das Netzteil defekt und muss getauscht werden.

Das Power Good Signal kam bei unserem Testkandidaten nach 340 ms und liegt damit im erlaubten Bereich.

Testsystem

Wir haben das Netzteil mit unserem i7-Testsystem getestet.

Da unser eigentliches Testsystem mit ca. 720 Watt mehr Strom braucht, als das Netzteil nach Herstellerangaben liefern kann, haben wir die zwei EVGA GTX Titan Hydro Copper aus dem Testsystem entfernt und verwenden in diesen Test mit einer GTX470 ein etwas abgespecktes Testsystem.

Das Testsystem besteht somit aus:

  • I7 3930K @ 4,8GHz
  • Asrock Extreme 11
  • GTX470
  • 64GB (8 x 8GB DDR3 2133MHz)
  • Areca 1880ix
  • 4 x 300GB Seagate SAS im Raid 5

Das o.g. System inkl. Netzteil weist einen Strombedarf von etwa 180 Watt (IDLE) bis ca. 540 Watt (Volllast übertaktet) auf. Dieser kann jedoch je nach verwendetem Netzteil unterschiedlich sein. Unter Volllast wird besonders auf die Stabilität der Spannungen geachtet.
Um Netzteile auszulasten, welche mehr Leistung liefern, als unser Testsystem benötigt, stehen 26 separate Peltierelemente zur Verfügung. Diese haben eine Leistungsaufnahme von je 50W. Die Peltierelemente können einzeln zugeschaltet werden. Die Stromversorgung wird über Adapter hergestellt, welche an die PCI-E Anschlüsse angeschlossen werden.
Somit ist mit dieser Konfiguration eine maximale Leistungsaufnahme von ca. 1840 Watt möglich.
Ausgelesen werden die Spannungen mithilfe eines Multimeters (VOLTCRAFT VC830).
Um das System zu 100% auszulasten, wird die Software Prime 95 und der Benchmark 3DMark 11 eingesetzt und wenn nötig entsprechende Peltierelemente zugeschaltet. Die Testprogramme werden parallel ausgeführt, damit CPU und Grafikkarte gleichzeitig unter Volllast laufen und so der maximale Stromverbrauch erreicht wird.

Um der Qualität des Netzteiles etwas genauer auf den Zahn fühlen zu können, werden wir das System 48 Stunden unter Volllast betreiben. Zusätzlich werden wir das Netzteil
noch so weit wie möglich oberhalb seiner Spezifikationen zu betreiben.

Spannungen

Die ATX-Norm gibt die Spannungstoleranzen für Netzteile detailliert vor: Auf 3,3 Volt, 5 Volt und 12 Volt sind je 5% nach oben sowie nach unten erlaubt.

Spannungstest

Die Spannungen sollten nach Möglichkeiten auch bei einem Lastwechsel möglichst gleich bleiben und nicht nach oben oder unten ausbrechen.

Aus diesem Grund haben wir den Lastwechsel in vier Stufen aufgeteilt.
Zum Darstellen der ersten Last läuft unser Testsystem mit dem verbauten Netzteil im Idle-Mode.
Die zweite Laststufe wird unter Volllast des Systems simuliert. Das System ist hierbei nicht übertaktet.
Die dritte Laststufe wird dann mittels eines übertakteten Testsystems erreicht.
Die vierte Laststufe wird dann mittels des übertakteten Testsystems und Zuschaltung der Peltierelemente erreicht. Es werden so viele Peltierelemente gleichzeitig zugeschaltet, dass das Netzteil bei etwa 100% Auslastung arbeitet.

Auch wenn es bei einem starken Lastwechsel zu Spannungsschwankungen gekommen ist, lässt sich sagen, dass das BDF-600S in unserem Test ein recht gutes Ergebnis erreicht hat. Die auf der 5V- 12V-Schiene aufgetretenen Spannungsschwankungen bewegen sich innerhalb der ATX-Spezifikationen und sind somit vollkommen unbedenklich.

Unseren 48h Dauertest mit einem hinzugeschalteten Peltierelement überlebte das Netzteil mit einer durchschnittlichen Last von 593 Watt problemlos. Die durchschnittliche Last ist durch den Wechsel zwischen 2D und 3D Modus innerhalb des Benchmarks geringer als die Lastspitze von 608 Watt in unserem Spannungstest.

Wir wollten es aber noch etwas genauer wissen, und haben das Netzteil aus diesem Grund noch über seinen Spezifikationen betrieben. Um dies zu bewerkstelligen, haben wir weitere Peltierelemente zugeschaltet, um das Netzteil an seine Grenzen zu treiben.

Im ersten Schritt haben wir hierzu ein weiteres Peltierelement hinzugeschaltet und einen Dauertest von einer Stunde gestartet.
Mit dem Start der angewendeten Benchmarks schaltete sich das Netzteil jedoch nach wenigen Sekunden ab. Durch dieses doch recht frühe Abschalten ist gut zu erkennen, dass der in dem Netzteil verbaute Überlastschutz sehr präzise arbeitet. Die maximale Leistungsaufnahme, welche in dieser doch sehr kurzen Testrunde von dem verwendeten Messgerät gemessen wurde, lag bei 659 Watt.

Das Netzteil zog unter Verwendung unserer Hardware (ohne hinzugeschaltete Peltierelemente) diese Spannung aus der Steckdose:

Fazit:

Mit der PROTON Serie hat CHIEFTEC seine Produktpalette um eine neue Netzteil-Serie erweitert, welche zur Markteinführung drei Modelle mit fest angeschlossenen und vier Modelle mit modularen Kabeln beinhaltet. Bei dem von uns für diesen Test herangezogenen BDF-600S handelt es sich um das leistungsstärkste Modell mit fest angeschlossenen Kabeln. Bei den vollmodularen Modellen geht die Range von 650 Watt bis 1000 Watt. Das 600 Watt starke BDF-600S konnte uns in unserem Test durch eine saubere Verarbeitung überzeugen, bei der CHIEFTEC durchweg auf hochwertige Komponenten gesetzt hat. Die von dem BDF-600S erbrachte Leistung ist ausreichend, um ein schnelles Gaming-System befeuern zu können. Auch wenn die Spannungsstabilität nicht ganz so gut war wie die des kürzlich getesteten CHIFTEC – GPS-650C, lagen die gemessenen Werte alle innerhalb der ATX-Spezifikationen und sind somit vollkommen unbedenklich. Wer mehr Leistung aus dem Netzteil kitzeln will, als es die Angaben erlauben, wird schnell von den verbauten Schutzschaltungen ausgebremst, denn eine Überlastung des Netzteiles wirkt sich bekanntlich negativ auf die Lebenserwartung der Komponenten aus und könnte diese im Worst Case auch beschädigen. Optisch wissen die verwendeten Flachbandkabel, welche sich nicht nur einfach mit einem individuellen Sleeving versehen lassen, sondern auf zu einer guten Luftzirkulation beitragen, zu überzeugen. Die UVP des von uns in diesem Test herangezogenen BDF-600S liegt bei 67€*. Gelistet ist das Netzteil aktuell noch nicht. Die verschiedenen Modelle aus CHIEFTECs neuer PROTON Serie werden Ende des Monats verfügbar sein.

Pro

  • Verarbeitung
  • Eingreifen der Schutzschaltungen
  • Lautstärke
  • Schwarze Flachbandkabel + schwarzes ATX-Kabel mit fast blickdichten Sleeving

Contra

  • Kein blickdichtes Kabelsleeving

Verarbeitung

Leistung

Spannungsstabilität

Leistungsaufnahme

Ausstattung

Lautstärke

Modding

Lieferumfang

Ein besonderer Dank geht an CHIEFTEC für die Bereitstellung des Testmusters.