CHIEFTEC – APS-650CB – 650W Netzteil

Mit dem APS-650CB haben wir heute ein 650 Watt starkes Netzteil aus der A135-Serie von CHIEFTEC im Test, welches nicht nur durch seine modularen Anschlüsse, sondern auch durch seine Effizienz und einem leisen Betrieb punkten möchte.

Welche Leistung in dem APS-650CB steckt und wie sich das Netzteil in unserem Test geschlagen hat, erfahrt ihr in diesem Review.

Technische Details:

    • Maße: 150 x 87 x 140 mm (B x H x T)

 

    • Lüfter: 140 mm

 

    • Effizienz: >85% inkl. 80Plus Bronze Zertifikat

 

    • Formfaktor: ATX12V 2.3

 

    • Leistung: 650 W

 

    • +3,3V: 22 A

 

    • +5V: 22 A

 

    • 3,3V+5V: 120 W

 

    • +12V1: 26 A

 

    • +12V2: 26 A

 

    • +12V (kombiniert): 585 W /

 

    • -12V: 0,3 A

 

    +5Vsb: 2,5 A

Anschlüsse:


1 x 20+4 Pin (festes Kabel)


1 x 8 Pin EPS (festes Kabel)


2 x 6+2 PCI-E (Modulare Kabel)


6 x SATA (Modulare Kabel)


4 x Molex (Modulare Kabel)


2 x Floppy (Modulare Kabel)

Lieferumfang:

  • APS-650CB Netzteil
  • Schraubenset
  • Kurzanleitung
  • Stromkabel

Design und Verarbeitung:

Das APS-650CB wird von CHIEFTEC in einer Verpackung geliefert, welche in einem durchgehend schwarzen Design gehalten ist. Auf der Verpackungsvorderseite als auch auf der Rückseite wurde ein Ausschnitt eines Produktfotos eingeblendet. Durch das schwarze Netzteilgehäuse, welches hier schon zu erkennen ist, geht das Produktbild nahtlos in das Schwarz der Verpackung über. Auf diesen beiden Seiten wurden zudem noch die Leistungsklassen abgedruckt, in welchen es die Netzteile aus der A135-Serie gibt.

Eine Angabe über das enthaltene Netzteil wird auf der linken Verpackungsseite gemacht. Hier sind alle modularen Netzteile der A135-Serie aufgelistet. Das enthaltene Netzteilmodell ist durch einen aufgeklebten Punkt gekennzeichnet.

Entnimmt man das APS-650CB aus seiner Verpackung, so hat man ein schwarzes Netzteil vor sich liegen, bei welchem einem als erstes das Lüftergitter auffällt. CHIEFTEC hat an der Netzteilunterseite einen schwarzen 140-mm-Lüfter verbaut, welcher temperaturabhängig geregelt wird. Dieser wird durch ein Lüftergitter geschützt, welches im Grunde genommen ein sehr schlichtes Lüftergitter ist, wie es schon vor vielen Jahren an normalen CPU-Kühlern eingesetzt wurde.

CHIEFTEC hat dieses jedoch in der Mitte mit einem großem Emblem versehen, welche vollständig in Goldfarben gehalten ist und über ein eingeprägtes CHIFTEC Logo verfügt, wodurch es einem direkt ins Auge fällt.
Auf der Netzteilrückseite ist der teilmodulare Aufbau zu erkennen. Das 24-PIN-ATX-Kabel sowie das 4+4-PIN-EPS-Kabel sind fest mit dem Netzteil verbunden und werden somit aus dem Gehäuseinneren herausgeführt.

Die fest an dem APS-650CB verbauten, als auch die modularen Kabel wurden mit einem entsprechenden Kabelsleeving versehen. Dieses ist jedoch leider nicht blickdicht ausgeführt. Diese Eigenschaft wirkt sich nicht störend auf die Luftzirkulation aus, sondern ist ein rein optischer Aspekt. Casemodder, welche einen großen Wert auf die Optik legen, werden diese Kabel eh mit einem Sleeving in ihren Wunschfarben versehen, für anspruchsvolle Gamer, welche eventuell über ein Sichtfenster in ihrem PC verfügen, wäre ein blickdichtes Sleeving jedoch ansprechender gewesen.
Neben diesen fest angeschlossenen Kabel verfügt das APS-650CB noch über sechs modulare Anschlüsse. Zwei dieser Anschlüsse sind in rot gehalten und dienen zum Anschluss der PCIe-Kabel. Die vier anderen Anschlüsse dienen zum Anschluss der SATA-, Molex- und Floppy-Stromkabel.

Auf der linken Seite wurde ein großer Aufkleber auf das schwarze Netzteilgehäuse aufgeklebt, auf welchem das CHIEFTEC Logo abgedruckt wurde.

Ein direkter Aufdruck wirkt zwar etwas hochwertiger, dafür hat der schlicht gehaltene Aufkleber jedoch den Vorteil, dass er bei Bedarf ganz einfach entfernt werden kann, wodurch sich das Netzteil besser in einen Casemod eingliedern lässt.

Auf der linken Netzteilseite hat CHIEFTEC auf einen solchen Aufkleber verzichtet und hat das Netzteil auf dieser Seite somit in seinem schlichten Design belassen.

Auf der Netzteiloberseite wurde von CHIEFTEC ebenfalls ein Aufkleber aufgebracht, welche mit den technischen Details des Netzteiles bedruckt wurde.

Mit einem Blick auf die Vorderseite findet man ein großflächiges Wabengitter vor, welches als Luftauslass dient und in welches neben der obligatorischen Kaltgerätebuchse auch der Netzschalter eingearbeitet wurde.

Innere Aufbau

Mit einem Blick in das Netzteilinnere, welches durch das Öffnen des Gehäuses nicht nur einen Garantieverlust mit sich bringt, sondern durch stromführende Komponenten lebensgefährlich sein kann, kann man schnell erkennen, dass CHIEFTEC bei dem APS-650CB noch nicht dem Trend gefolgt ist, verschiedene Bauteile auf kleine Tochterplatinen zu verbauen, welche senkrecht auf das eigentliche PCB gelötet werden. Hierdurch könnte nicht nur eine höhere Qualitätskontrolle durchgeführt werden, da sich diese PCBs einzeln prüfen lassen, sondern auch der Luftstrom könnte hierdurch optimiert werden. Auch das PCB für die modularen Anschlüsse verbaute wurde nicht auf dem eigentlichen PCB verlötet, sondern ist mittels normaler Kabel mit diesem verbuden.
Auf der Primärseite verbaut CHIEFTEC einen 85° Kondensator von Teapo. Hierbei handelt es sich zwar nicht um ein Spitzenmodell, jedoch auch nicht um einen sehr schlechten Kondensator. Auf der Sekundärseite hingegen wurden hochwertigere 105° Kondensatoren verbaut.
Die verbauten Komponenten wurden sauber auf dem PCB verlötet. CHIEFTEC setzt zudem stellenweise auf Kleber, durch welchen Bauteile zusätzlich fixiert und isoliert werden. Mit diesem hätte man aus unserer Sicht jedoch etwas sparsamer umgehen können.

Das APS-650CB setzt auf zwei getrennte 12V-Schienen. Diesen stehen jeweils 26 Ampere und somit 292 Watt zur Verfügung, womit die Leistung auch für ein kleines SLI- oder Crossfiresystem ausreichend ist.

CHIEFTEC hat dem APS-650CB zudem vier Schutzschaltungen spendiert.

  • OVP (Überspannungsschutz)
  • UVP (Unterspannungschutz)
  • SCP (Kurzschlussschutz)
  • OPP (Überlastschutz)
  • AFC (Automatic Fanspeed Control)

Was die verbauten Schutzschaltungen angeht, hätte CHIEFTEC aus unserer Sicht einen OTP (Überhitzungsschutz) und OCP (Überstromschutz) verbauen können.

Das Netzteil weißt eine Effizienz von mehr als 85% auf und trägt somit das 80 PLUS BRONZE Zertifikat.

Die Verarbeitung ist recht gut ausgeführt. Was CHIEFTEC aus unserer Sicht auf jeden Fall noch besser machen könnte, ist das Kabelsleeving und die Anzahl der verbauten Schutzschaltungen.

Test:

Power Good Signal

Im ersten Test überprüfen wir die PG-Time. Das Power Good Signal muss gemäß der ATX-Norm nach mindestens 100 und maximal 500 ms kommen. Das Signal signalisiert dem Mainboard, dass das Netzteil bereit ist, alle Spannungen passen und der Computer gestartet werden kann. Kommt das Signal nicht innerhalb dieses Zeitraums, ist das Netzteil defekt und muss getauscht werden.

Das Power Good Signal kam bei unserem Testkandidaten nach 330ms und liegt damit im erlaubten Bereich.

Testsystem

Wir haben das Netzteil mit unserem i7-Testsystem getestet.

Da unser eigentliches Testsystem mit ca. 720 Watt mehr Strom braucht, als das Netzteil nach Herstellerangaben liefern kann, haben wir die zwei EVGA GTX Titan Hydro Copper aus dem Testsystem entfernt und verwenden in diesen Test mit einer GTX470 ein etwas abgespecktes Testsystem.

Das Testsystem besteht somit aus:

  • I7 3930K @ 4,8GHz
  • Asrock Extreme 11
  • GTX470
  • 64GB (8 x 8GB DDR3 2133MHz)
  • Areca 1880ix
  • 4 x 300GB Seagate SAS im Raid 5

Das o.g. System inkl. Netzteil weist einen Strombedarf von etwa 180 Watt (IDLE) bis ca. 540 Watt (Volllast übertaktet) auf. Dieser kann jedoch je nach verwendetem Netzteil unterschiedlich sein. Unter Volllast wird besonders auf die Stabilität der Spannungen geachtet.
Um Netzteile auszulasten, welche mehr Leistung liefern, als unser Testsystem benötigt, stehen 26 separate Peltierelemente zur Verfügung. Diese haben eine Leistungsaufnahme von je 50W. Die Peltierelemente können einzeln zugeschaltet werden. Die Stromversorgung wird über Adapter hergestellt, welche an die PCI-E Anschlüsse angeschlossen werden.
Somit ist mit dieser Konfiguration eine maximale Leistungsaufnahme von ca. 1840 Watt möglich.
Ausgelesen werden die Spannungen mithilfe eines Multimeters (VOLTCRAFT VC830).
Um das System zu 100% auszulasten, wird die Software Prime 95 und der Benchmark 3DMark 11 eingesetzt und wenn nötig entsprechende Peltierelemente zugeschaltet. Die Testprogramme werden parallel ausgeführt, damit CPU und Grafikkarte gleichzeitig unter Volllast laufen und so der maximale Stromverbrauch erreicht wird.

Um der Qualität des Netzteiles etwas genauer auf den Zahn fühlen zu können, werden wir das System 48 Stunden unter Volllast betreiben. Zusätzlich werden wir das Netzteil noch so weit wie möglich oberhalb seiner Spezifikationen zu betreiben.

Spannungen

Die ATX-Norm gibt die Spannungstoleranzen für Netzteile detailliert vor: Auf 3,3 Volt, 5 Volt und 12 Volt sind je 5% nach oben sowie nach unten erlaubt.

Spannungstest

Die Spannungen sollten nach Möglichkeiten auch bei einem Lastwechsel möglichst gleich bleiben und nicht nach oben oder unten ausbrechen.

Aus diesem Grund haben wir den Lastwechsel in vier Stufen aufgeteilt.
Zum Darstellen der ersten Last läuft unser Testsystem mit dem verbauten Netzteil im Idle-Mode.
Die zweite Laststufe wird unter Volllast des Systems simuliert. Das System ist hierbei nicht übertaktet.
Die dritte Laststufe wird dann mittels eines übertakteten Testsystems erreicht.
Die vierte Laststufe wird dann mittels des übertakteten Testsystems und Zuschaltung der Peltierelemente erreicht. Es werden so viele Peltierelemente gleichzeitig zugeschaltet, dass das Netzteil bei etwa 100% Auslastung arbeitet.

Mit einem Blick auf das Testergebnis ist sehr schnell zu erkennen, dass das APS-650CB in unserem Test ein sehr gutes Ergebnis erreicht hat. Das Netzteil weist zwar minimale Spannungsschwankungen auf, diese bewegen sich jedoch in einem vollkommen unbedenklichen Bereich.

Unseren 48h Dauertest mit zwei hinzugeschalteten Peltierelementen überlebte das Netzteil mit einer durchschnittlichen Last von 646 Watt problemlos. Die durchschnittliche Last ist durch den Wechsel zwischen 2D und 3D Modus innerhalb des Benchmarks geringer als die Lastspitze von 653 Watt in unserem Spannungstest. Die Lautstärke des Netzteiles liegt im Großen und Ganzen auf einem guten Niveau. Jedoch dreht der Lüfter im Idle jedoch schon recht schnell, wodurch er in diesem Betriebszustand einen etwas höheren Geräuschpegel hat, als manch anderes Modell.

Wir wollten aber noch etwas genauer wissen, welche Leistung in dem Netzteil steckt und haben aus diesem Grund versucht, das Netzteil an seine Leistungsgrenzen zu bringen. Um dies zu bewerkstelligen, haben wir damit begonnen weitere Peltierelemente zu zuschalten.

Im ersten Schritt haben wir hierzu ein Peltierelement hinzugeschaltet und einen erneuten Dauertest gestartet. Dieser war jedoch nur eine sehr kurze Zeit möglich. Der von CHIEFTEC verbaute OPP (Überlastschutz) hatten das Netzteil abgeschaltet und den gestarteten Test somit beendet. In unserem Test war es uns möglich, das Netzteil nicht ganz zwei Minuten bei einer Last von 702 Watt zu betreiben. In dieser Zeit war jedoch ein Spulenfiepen wahrzunehmen, welches während unseres 48-Stunden-Dauertests nicht aufgetreten ist.

Das Netzteil zog unter Verwendung unserer Hardware (ohne hinzugeschaltete Peltierelemente) diese Spannung aus der Steckdose:

Fazit:

Mit den modularen Netzteilen der A135-Serie hat CHIEFTEC unterschiedlich starke Netzteile in seinem Sortiment, welche sich durch seine Ausstattung und die gebotene Leistung an preisbewusste Gamer richtet, für welche die Optik eher zweitrangig ist. Für diese spielen die nicht blickdichten Kabelsleevings eine untergeordnete Rolle, solange sie ihre Funktion erfüllen, was bei unserem Testmuster der Fall ist. Was die Ausgangsleistung angeht, reicht diese bei unserem Testmuster problemlos dazu aus, um ein kleines SLI- oder Crossfore-System zu betreiben. Auch unter extremen Bedingungen lieferte unser Testmuster sehr stabile Spannungen, welche einen sicheren Betrieb der verbauten Hardware garantieren. In dieser Leistungsklasse kann das Netzteil zudem mit einem 80 PLUS BRONZE Zertifikat punkten, welches das Netzteil durch seine gute Effzienz von über 85% tragen darf. Was die verbauten Schutzschaltungen angeht, ist das APS-650CB aus unserer Sicht etwas zu gering bestückt. Hier hätten wir es sehr begrüßt, wenn noch ein OTP (Überhitzungsschutz) und OCP (Überstromschutz) verbaut wären. Die von CHIEFTEC verbauten Schutzschaltungen konnten in unserem Test unter Beweis stellen, dass sie präzise greifen. Die Verarbeitungsqualität der verwendeten Komponenten ist durchweg gut ausgeführt. Preislich liegt das APS-650CB aktuell bei knapp 77€*. Neben der von uns getesteten 650-Watt-Variante gibt es das Netzteil auch noch mit 750W, 850W und 1000W.

Pro

  • Verarbeitungsqualität der verwendeten Komponenten
  • Stabile Spannungen
  • Teilmodular
  • Schnelles eingreifen der Schutzschaltungen
  • Lautstärke unter Last

Contra

  • Kein blickdichtes Kabelsleeving
  • Geringe Anzahl der Schutzschaltungen
  • Etwas hohe Lüfterdrehzahl im Idle

Verarbeitung

Leistung

Spannungsstabilität

Leistungsaufnahme

Ausstattung

Lautstärke

Modding

Lieferumfang

Preis

Ein besonderer Dank geht an CHIEFTEC für die Bereitstellung des Testmusters.