be quiet! – Pure Power 9 700 CM

Mit dem Pure Power 9 700 CM haben wir heute das stärkste Modell der neuen Pure Power 9 Serie von be queit! im Test, welches im Vergleich zu seinem Vorgängermodell mit einigen Neuerungen aufwarten will, welche nicht nur optischer, sondern auch technischer Natur sind.

Welche Details in dem neuen Pure Power 9 700 CM stecken und wie sich das 700 Watt starke be quiet! Netzteil in unserem Test geschlagen hat, erfahrt ihr in diesem Review.

Technische Details:

  • Maße: 150 x 85 x 160 mm (BxHxT)
  • Lüfter: 120 mm (15 – 28,8 dB(A))
  • Effizienz: Max. 91,9% 80Plus SilberZertifikat
  • Aktiv PFC
  • Formfaktor: ATX12V 2.4
  • Leistung: 700 W
  • +3,3V: 25 A
  • +5V: 20 A
  • 3,3V+5V: 150 W
  • +12V1: 36 A
  • +12V2: 30 A
  • +12V (gesamt): 672 W / 40 A
  • -12V: 0,3 A (3,6 W)
  • +5Vsb: 3 A (15 W)

Anschlüsse:


1 x 20+4 Pin


1 x 8 Pin EPS


4 x 6+2 PCI-E


6 x SATA


3 x Molex


1 x Floppy

Lieferumfang:

  • be quiet! PURE POWER 9 700 CM
  • Kabelset
  • Kabelbinder
  • Schraubenset
  • Stromkabel
  • Handbuch

Design und Verarbeitung:

Das Pure Power 9 700 CM wird von be quiet! in einer Verpackung geliefert, welche überwiegend in der Farbe Schwarz gehalten ist. Auf der Vorderseite der Verpackung wurde neben einem Produktbild des Netzteiles auch die genaue Modellbezeichnung sowie eine Auflistung der wichtigsten Features mit auf die Verpackung aufgedruckt.

Ebenso findet man auf einem silberfarbenen Streifen einen Hinweis über das Einsatzgebiet, für welches sich das Netzteil am besten geeignet ist.

Die technischen Details sind auf der Verpackungsrückseite zu finden.

Entnimmt man das be quiet! Pure Power 9 700 CM aus seiner Verpackung, so fällt einem auch bei diesem be quiet! Netzteil als erstes das verbaute Lüftergitter auf. be quiet! hat dem Pure Power 9 700 CM ein Lüftergitter verpasst, welches über 17 parallel zueinander verlaufende Stege verfügt.

Diese kommen anstelle der sonst üblichen, kreisrunden Metallelemente zum Einsatz. Hinter dem Lüftergitter wurde seitens be quiet! ein 120-mm-Lüfter aus der SilentWings Serie verbaut, welcher einem gleich durch seine markanten Lüfterblätter auffällt. Dieser soll das Netzteil auch bei einer hohen Leistungsaufnahme ohne eine große Geräuschkulisse auf angenehmen Temperaturen halten.
Um diesen Lüfter herum wurde ein orangefarbenes Designelement eingearbeitet, welches nicht nur optisch zu dem be quiet! Logo passt, sondern auch dem Netzteil das gewisse Etwas verpasst.

Auf der Vorderseite des Netzteiles findet man neben der obligatorischen Kaltgerätebuchse auch einen Powerschalter. Der Kaltgeräteanschluss als auch der Powerschalter wurden in einem Bereich des Netzteiles untergebracht, welcher nicht wie bei vielen anderen Netzteilen auf dem Markt komplett aus einem Wabengitter besteht.

Dieses wurde in einem gewissen Abstand zu dem Schalter und dem Stromanschluss realisiert und dient als Luftauslass für die warme Abluft des Netzteiles.
Auf der linken Netzteilseite wurde ein schwarzer Aufkleber angebracht, auf dem man die wichtigsten Details zu dem Pure Power 9 700 CM findet.

In die gegenüberliegende Seite wurde das be quiet! Logo eingeprägt.

Blickt man einmal auf die Rückseite des Netzteilgehäuses, so findet man neben dem fest mit dem Netzteil verbundenen ATX- als auch 4+4-Pin-EPS-Kabelstrang noch fünf modulare Anschlüsse vor.

Die Beschriftung dieser Anschlüsse erfolgt über einen Aufkleber, welcher unterhalb der Anschlüsse angebracht wurde. Neben drei Anschlüssen, an welchen die modularen Kabel für die SATA-, Molex-, und dem Floppy-Anschluss angeschlossen werden, befinden sich an dieser Stelle auch noch zwei Anschlüsse, welche jeweils mit einem modularen 6+2-Pin-Kabel bestückt werden können und die somit zum Anschluss von Grafikkarten dienen. Im Vergleich zur Vorgängerversion des Pure Power 9 700 CM sind diese Anschlüsse nicht mehr in verschieden Farben gehalten, sondern wurden aus schwarzem Kunststoff gefertigt.

Lediglich die fest mit dem Netzteil verbundenen Kabelstränge sind mit einem Kabelsleeving versehen. Dieses wurde jedoch nicht ganz blickdicht ausgeführt. Durch die ausschließlich schwarzen Adern, welche be queit! verwendet hat, fällt dies jedoch nicht so schnell auf, wie bei manch anderen Netzteilen. Die modularen Anschlusskabel sind als schwarze Flachbandkabel ausgeführt.

Die Oberseite des Pure Power 9 700 CM ist frei von Aufklebern gehalten.

Innerer Aufbau

Mit einem Blick in das Netzteilinnere, welches durch das Öffnen des Gehäuses nicht nur einen Garantieverlust mit sich bringt, sondern durch stromführende Komponenten lebensgefährlich sein kann, findet man die Active-Clamp-Topologie vor, welche wir seitens be quiet! auch schon aus den Modellen der Straight Power Serie kennen. Im Vergleich zu diesen verzichtet be quiet! bei den Modellen der Pure Power 9 Serie auf die DC-DC Technologie. Stattdessen verwendet be quiet! hier synchronous rectification (SR) für 3,3 Volt, 5 Volt und 12 Volt. Im Detail werden 5V und 12V vom Haupttransformator erzeugt. Über zwei SR-Schaltkreise werden dann vom 5V-Abgriff die finale 3,3V und 5V Gleichspannung erzeugt, wodurch die drei unterschiedlichen Ausgangsspannungen innerhalb eines bestimmten Bereiches unabhängig voneinander geregelt werden können.
Die 12V Spannung wird über zwei 12V-Schienen zur Verfügung gestellt.
Bei den Kondensatoren setzt be quiet! auf der Primärseite auf einen 85°C-Kondensator. Auf der Sekundärseite hingegen werden 105°C-Kondensatoren eingesetzt. Die einzelnen Komponenten wurden jedoch nicht alle direkt auf dem eigentlichen PCB verbaut, sondern wurden auch auf kleine Tochterplatinen verteilt. Durch ihre Anordnung sorgen diese kleinen PCBs nicht nur für ein aufgeräumteres Layout, sondern auch dafür, dass Abwärme schneller abgeführt werden kann. Zudem wird so eine Möglichkeit für eine höhere Qualitätskontrolle geschaffen, da die einzelnen PCBs separat produziert und kontrolliert werden können.
Alle Lötstellen wurden sauber verarbeitet. Auf Kleber wurde seitens be quiet! zum größten Teil verzichtet.

Um eine hohe Betriebssicherheit zu gewährleisten, wurden seitens be quiet! eine ganze Reihe an Schutzschaltungen in den Netzteilen der Pure Power 9 700 CM verbaut.

  • OCP (Überstromschutz)
  • OVP (Überspannungsschutz)
  • UVP (Unterspannungschutz)
  • SCP (Kurzschlussschutz)
  • OTP (Überhitzschutz)
  • OPP (Überlastschutz)

Die Verarbeitung wurde sehr sauber und hochwertig ausgeführt. Ein blickdichtes Sleeving hätte uns jedoch sehr gefreut.

Test:

Power Good Signal

Im ersten Test überprüfen wir die PG-Time. Das Power Good Signal muss gemäß der ATX-Norm nach mindestens 100 und maximal 500 ms kommen. Das Signal signalisiert dem Mainboard, dass das Netzteil bereit ist, alle Spannungen passen und der Computer gestartet werden kann. Kommt das Signal nicht innerhalb dieses Zeitraums, ist das Netzteil defekt und muss getauscht werden.

Das Power Good Signal kam bei unserem Testkandidaten nach 310ms und liegt damit im erlaubten Bereich.

Testsystem

Wir haben das Netzteil mit unserem i7-Testsystem getestet.

Da unser eigentliches Testsystem mit ca. 720 Watt mehr Strom braucht, als das Netzteil nach Herstellerangaben liefern kann, haben wir die zwei EVGA GTX Titan Hydro Copper aus dem Testsystem entfernt und verwenden in diesen Test mit einer GTX470 ein etwas abgespecktes Testsystem.

Das Testsystem besteht somit aus:

  • I7 3930K @ 4,8GHz
  • Asrock Extreme 11
  • GTX470
  • 64GB (8 x 8GB DDR3 2133MHz)
  • Areca 1880ix
  • 4 x 300GB Seagate SAS im Raid 5

Das o.g. System inkl. Netzteil weist einen Strombedarf von etwa 180 Watt (IDLE) bis ca. 540 Watt (Volllast übertaktet) auf. Dieser kann jedoch je nach verwendetem Netzteil unterschiedlich sein. Unter Volllast wird besonders auf die Stabilität der Spannungen geachtet.
Um Netzteile auszulasten, welche mehr Leistung liefern, als unser Testsystem benötigt, stehen 26 separate Peltierelemente zur Verfügung. Diese haben eine Leistungsaufnahme von je 50W. Die Peltierelemente können einzeln zugeschaltet werden. Die Stromversorgung wird über Adapter hergestellt, welche an die PCI-E Anschlüsse angeschlossen werden.
Somit ist mit dieser Konfiguration eine maximale Leistungsaufnahme von ca. 1840 Watt möglich.
Ausgelesen werden die Spannungen mithilfe eines Multimeters (VOLTCRAFT VC830).
Um das System zu 100% auszulasten, wird die Software Prime 95 und der Benchmark 3DMark 11 eingesetzt und wenn nötig entsprechende Peltierelemente zugeschaltet. Die Testprogramme werden parallel ausgeführt, damit CPU und Grafikkarte gleichzeitig unter Volllast laufen und so der maximale Stromverbrauch erreicht wird.

Um der Qualität des Netzteiles etwas genauer auf den Zahn fühlen zu können, werden wir das System 48 Stunden unter Volllast betreiben. Zusätzlich werden wir das Netzteil noch so weit wie möglich oberhalb seiner Spezifikationen zu betreiben.

Spannungen

Die ATX-Norm gibt die Spannungstoleranzen für Netzteile detailliert vor: Auf 3,3 Volt, 5 Volt und 12 Volt sind je 5% nach oben sowie nach unten erlaubt.

Spannungstest

Die Spannungen sollten nach Möglichkeiten auch bei einem Lastwechsel möglichst gleich bleiben und nicht nach oben oder unten ausbrechen.

Aus diesem Grund haben wir den Lastwechsel in vier Stufen aufgeteilt.
Zum Darstellen der ersten Last läuft unser Testsystem mit dem verbauten Netzteil im Idle-Mode.
Die zweite Laststufe wird unter Volllast des Systems simuliert. Das System ist hierbei nicht übertaktet.
Die dritte Laststufe wird dann mittels eines übertakteten Testsystems erreicht.
Die vierte Laststufe wird dann mittels des übertakteten Testsystems und Zuschaltung der Peltierelemente erreicht. Es werden so viele Peltierelemente gleichzeitig zugeschaltet, dass das Netzteil bei etwa 100% Auslastung arbeitet.

Mit einem Blick auf das erreichte Testergebnis ist zu erkennen, dass das Pure Power 9 700 CM erst bei einem ruckartigen Wechsel in eine hohe Laststufe einen geringen Spannungseinbruch auf der 12V-Schiene aufweist, welcher sich jedoch noch problemlos innerhalb der ATX-Spezifikationen befindet.

Unseren 48h Dauertest mit drei hinzugeschalteten Peltierelementen überlebte das Netzteil mit einer durchschnittlichen Last von 687 Watt problemlos. Die durchschnittliche Last ist durch den Wechsel zwischen 2D und 3D Modus innerhalb des Benchmarks geringer als die Lastspitze von 702 Watt in unserem Spannungstest.

Wir wollten es aber noch etwas genauer wissen und haben aus diesem Grund versucht, das Netzteil an seine Leistungsgrenzen zu bringen. Um dies zu bewerkstelligen, haben wir damit begonnen weitere Peltierelemente zu zuschalten.

Im ersten Schritt haben wir hierzu ein weiteres Peltierelement hinzugeschaltet und einen Dauertest von einer Stunde gestartet.
In diesem zog das Netzteil bei Lastspitzen 749 Watt aus der Steckdose. In diesem Test war zu erkennen, dass die Spannung auf der 12V-Schiene etwas weiter eingebrochen ist. Mit 12,13V lag diese jedoch noch innerhalb der ATX-Spezifikationen, weswegen wir nach einer erfolgreichen Runde weitere 50 Watt hinzugeschaltet und den Test erneut gestartet. In dieser Testrunde schaltete sich das Netzteil jedoch nach wenigen Sekunden ab.

Das Netzteil zog unter Verwendung unserer Hardware (ohne hinzugeschaltete Peltierelemente) diese Spannung aus der Steckdose:

Fazit:

Mit dem Pure Power 9 700 CM hatten wir heute das leistungsstärkste Modell aus der neuen Pure Power 9 Serie von be quiet! im Test, bei welche be quiet! mal wieder gezeigt hat, dass man stets bemüht ist, seine Produkte zu verbessern. So können die neuen Modelle der Pure Power 9 Serie nicht nur durch schwarze Kabel und ebenfalls in schwarz gehaltene modulare Anschlüsse punkten, sondern auch durch eine höhere Effizienz, welche durch die Anpassungen auf der technischen Seite erzielt wurden. Durch die von be quiet! durchgeführten Veränderungen wurde das Netzteil im Vergleich zum Vorgängermodell auch noch minimal leiser. Das Pure Power 9 700 CM konnte in unserem Test mit einer sehr guten Ausgangsleistung und stabilen Spannungen überzeugen. Die Verarbeitung ist nicht nur von der optischen Seite her gut und ansprechend ausgeführt, sondern auch von der technischen Seite her. Preislich liegt das von uns in diesem Test herangezogene 700 Watt starke Modell bei knapp 93€*

Pro

  • Verarbeitung
  • Stabile Spannungen
  • Teilmodularer Aufbau
  • Lieferumfang
  • Flachbandkabel (modulare Kabel)

Contra

  • Sleeving nicht ganz blickdicht

Verarbeitung

Leistung

Spannungsstabilität

Leistungsaufnahme

Ausstattung

Lautstärke

Modding

Lieferumfang

Preis

Wir danken be quiet! für die Bereitstellung des Testmusters.