Battlefield 5

Es heißt stillgestanden und Augen gerade aus! Zugegeben, so ausgeprägt ist das Soldatenleben im neuen Battlefield 5 von DICE und EA Games nicht, dennoch ist es der neueste Teil der Battlefield Reihe und soll laut den Entwicklern neue Maßstäbe setzen.

Doch eine gesunde Portion der altbekannten Battlefield-Manier darf natürlich auch in diesem Titel nicht fehlen. So haben wir wieder ein Arsenal an Multiplayer-Modi und auch eine schöne Story. Doch egal ob wir alleine das Schlachtfeld unsicher machen wollen oder ob wir uns mit anderen Spielern messen wollen, beide Male will uns EA die Thematik des Zweiten Weltkriegs näher bringen. Ob dies gelungen ist oder sich doch eher ein Rohrkrepierer auf unserem Monitor zeigt werden wir im folgenden Game-Check näher beleuchten.

Das Hauptmenü

Doch bevor wir uns in das Spiel mit seinen Singleplayerkampagnen und Multiplayer-Modi stürzen, werfen wir zunächst einen prüfenden Blick auf das Hauptmenü. Und dieses sieht verdammt gut aus. Wir sehen ein schlichtes aufgeräumtes Menü ohne große Kacheln. Alle Funktionen für das Öffnen eines Squads sind in der unteren rechten Ecke angesiedelt, während die restlichen Menüpunkte linksbündig angeordnet sind.

Die Menüpunkte vereinigen alles Wichtige in 5 Punkten. So erhalten wir im Gegensatz zu anderen Titeln der Reihen mit einem Klick auf Spielen alle möglichen Modi ohne eine Unterteilung in Single- und Multiplayer angezeigt. Dieser Punkt fällt besonders positiv auf, da wir so auf einen Blick sehen können worin unsere Zeit versenkt werden kann. Von Multiplayer bis zu den Kriegsgeschichten können wir hier alles finden. Auch die Neuerscheinung in Battlefield 5, der Battle Royale Modus Feuersturm, ist auf unserem aktualisierten Screenshot zu sehen und wird in einer Nachlese separat begutachtet.

Darunter kommen wir über „Meine Kompanie“ in das Clanmenü von Battlefield 5. Unter dem Punkt Arsenal können wir für unsere Klassen Voreinstellungen festlegen und Waffen oder Fahrzeugkonfigurationen speichern. Was in den Aufträgen und dem Profil steht, ist wohl selbsterklärend.

Der Singleplayer

Genug vom langweiligen Hauptmenü, es wird Zeit für Action, schließlich wollt ihr nicht wissen, was jeder Button kann, sondern wie man in Battlefield selber Hand anlegen kann. Deswegen widmen wir uns nun dem Singleplayer, speziell den Kriegsgeschichten. Denn diese bilden neben dem eher unspektakulären Trainings Gelände den Kern des Singleplayer.

Es handelt sich um insgesamt 5 Kampagnen welche die Geschichte des zweiten Weltkriegs nicht nur in der klassischen D-Day Situation zeigen. Viel mehr geht es um 5 Geschichten von Personen, die nach außen hin unterschiedlicher kaum sein könnten. Die Geschichte „Mein Land ruft“ dient dem Spieler als Tutorial und bringt uns das Spiel näher. Die erste richtige Geschichte trägt also den Titel „Unter Keiner Flagge“. Wir erleben hier die Story eines 2 Mann Trupps des britischen SBS (Special Boat Section) welche auf eigene Faust in Nordafrika so manches Chaos anrichten. Passend zum geschichtlichen Hintergrund der SBS, welche einige der heikelsten Missionen im Zweiten Weltkrieg durchführten.

Die zweite Geschichte lässt uns unter dem Titel „Nordlys“ ein norwegisches Familiendrama erleben. Eine Tochter sucht zu Fuß und auf Ski im verschneiten Norwegen ihre von den Deutschen entführte Mutter und erlebt so manche Begegnung mit dem Besatzer des Landes. Hier bietet sich das für uns erste grafische Highlight im Spiel, worauf wir später noch einmal zu sprechen kommen. Die Dritte Story im Bund mit dem Namen „Tirailleur“ thematisiert die Behandlung der Tirailleurs sénégalais durch die andern französichen Truppen in der Provence während der Operation Dragoon. Hier spielen wir einen der jungen Senegalesen.

Die letzte Kriegsgeschichte ist zugleich die interessanteste und fesselndste der War Storys. „Der letzte Tiger“ lässt es vermuten, wir spielen einen Tigerkommandanten der Wehrmacht im zerbombten Köln 1945. Diese Story ist die düsterste Kampagne die je ein FPS erhalten hat und zugleich eine der Besten. Wir müssen uns mit der Besatzung und ihrem Tiger zunächst erfolgreich durch die amerikanischen Truppen kämpfen. Wir würden euch zwar gerne die gesamte fesselnde War Story erzählen, da sie einfach ein unglaubliches Setting bietet. Jedoch wollen wir euch nicht spoilern.
Zu allen War Storys lässt sich sagen, dass die erzählten Geschichten den Zweiten Weltkrieg mit seiner Dramatik und den Ereignissen sehr gut vermitteln. Allerdings sind unsere Aufgaben wenig abwechslungsreich. Erreiche einen Punkt und oder zerstöre dieses und jenes auf deinem Weg. Das spielen gestaltet sich also eher relativ anspruchslos. Dennoch sind die Storys ihre Zeit wert.

Multiplayer

Hier lässt EA wieder keine Wünsche eines Battlefield-Fans offen. Die zahlreichen Modi reichen von den klassischen Eroberung und TDM Matches, über den Durchbruch Modus bis hin zu den Frontlinien Kämpfen. Während sich der „Durchbruch“ wie eine Art kleine Eroberung spielt, wir verteidigen oder attackieren immer wieder 2 Flaggen und versuchen den Gegner zurückzudrängen, wechselt die Angreifer und Verteidiger-Seite in Frontlinien immer wieder und bringt so eine gute Dynamik in das Spiel.

Wem all diese Matches nicht reichen, oder für diejenigen die alles zusammen erleben wollen gibt es noch die großen Operationen. Hier bietet sich uns eine Art Modus Buffet über mehrere Tage. Es werden bis zu 4 verschieden Modi auf zwei Karten hintereinander gespielt und eine parallel dazu erzählte Geschichte rundet diese vier Ingame Tage ab. Meistens beginnen wir mit einer Luftlandung, kämpfen uns daraufhin durch Frontlinien, Eroberung oder Durchbruch und schließen ab mit einem klassischen TDM mit dem Namen „Letztes Gefecht“.
Alles in allem lässt sich der Multiplayer gut spielen und bietet abwechslungsreiches Spielvergnügen für bis zu 64 Spieler aus aller Welt.

Das Interface

Wer schon einmal einen der letzten Battlefield Titel gespielt hat, wird sich auch im Interface von Battlefield 5 gut und vor allem schnell zurechtfinden. Doch auch neuen Spielern gestaltet sich die Übersicht schnell klar und deutlich.

Die Minimap kauert sich mit unserer Squadanzeige in der unteren linken Ecke und ihr gegenüber sehen wir unten rechts die Informationen zu Munition und unserem Char. Das Spielgeschehen wird uns dann noch über die Anzeigen oben in der Mitte oder Popups mitten im Bildschirm näher gebracht. Alles in allem ist es ein Battlefield Interface, wie man es seit längerer Zeit kennt.

Die Grafik und der Sound

Wie auch beim Interface bietet sich uns ein gewohntes Battlefield-Bild mit der dazugehörigen Geräuschkulisse. Wir haben keine größeren Texturfehler entdecken können und auch die Effekte sehen gewohnt gut aus, seien es die blendenden Sonnenstrahlen oder auch die zerfallenden Häuser. Auch der Sound zeigt sich gewohnt gut, lediglich in manchen Situationen fehlt uns der gewisse Rums beim abfeuern eines Panzers oder dem knacken der gegnerischen Panzerung.

Besondere Hervorhebung bedarf es der Stimmung im Spiel. Zugegeben, ein Battlefield bringt stets eine gute Stimmung rüber und schafft es meistens den Spieler in das Geschehen zu ziehen. Doch mit Battlefield 5, besonders in der Norwegischen und Deutschen War Story, wird dieses auf ein neues Level gehoben. Angefangen bei den weitläufigen verschneiten Landschaften Norwegens mit gelegentlichem Schneesturm, der uns die Sicht nimmt.

Bis hin zur verwüsteten Stadt Köln welche durch die düstere Story schon reichlich für Stimmung sorgt. Aber durch die Explosionen, die Arbeit mit dem Licht und ja selbst mit den Schutthaufen wirkt alles in „Der letzte Tiger“ noch einmal düsterer und zieht uns noch weiter in die dramatische Szenerie, welche unserer Meinung nach ihres gleichen sucht.

Fazit

Zusammenfassend lässt sich sagen Battlefield 5 ist im Großen und Ganzen wieder ein solider Teil der Reihe, welcher die Stärken der vorherigen Titel beibehält oder verbessert und die Schwächen teilweise versucht auszumerzen. Der Multiplayer ist mit seinen Modi abwechslungsreich und besonders die Großen Operationen lassen den Spieler lange Spaß am Zusammenspielen haben. Auch der Singleplayer kann uns mit seiner Story und der atemberaubenden Szenerie fast voll und ganz zufriedenstellen, wäre da nicht die Eintönigkeit der Aufgaben. Die dargebotenen grafischen Schmankerln, lassen mit den dazugehörigen Effekten nur wenige Wünsche offen. Abschließend kann man sagen, das Battlefield Fans Battlefield 5 zu 100 Prozent mit gutem Gewissen in ihre Battlefield-Sammlung aufnehmen können, aber auch Anfänger sind mit dem Spiel gut bedient. Sollte euch Battlefield 5 überzeugt haben, könnt ihr das Spiel je nach Version zu einen Preis von 52 €* erwerben.

Ein besonderer Dank geht an EA Games dafür, dass wir Battlefield 5 testen durften.

Battlefield 5

8.5

Grafik

9.0/10

Sound

9.0/10

Steuerung

9.0/10

Story/Inhalt

9.0/10

Extras

8.0/10

Preis

7.0/10

Ein Kommentar

  1. Der Firestorm Modus

    Vier Monate nach dem Release von Battlefield 5 bekommt der sowieso schon vollgepackte Titel einen neuen Battle Royale Modus. Mit Firestorm wollen EA und DICE den anderen Battle Royale Spielen zeigen, wie dieser Modus im Battlefield Style aussieht.

    Der Battle Royale Modus ist wohl allen Personen, die in der aktuellen Spieleszene unterwegs sind, ein Begriff. Kurz zusammengefasst sucht man sich auf einer riesigen Karte, als Team oder alleine, Ausrüstungsgegenstände zusammen und versucht anschließend alle Gegner auszuschalten. Wer dazu noch die kleiner werdende Karte bezwingt und der letzte Überlebende ist, hat gewonnen.

    Doch was macht der Battle Royale Modus Firestorm im Vergleich zu Titeln von Mitbewerbern, welche sich bereits etabliert haben, so besonders?
    Zunächst ist es einmal die Karte vom neuen Modus. Es handelt sich um die Karte Halvoy, welche extra für diesen Modus entwickelt wurde. Sie ist die aktuell größte BF 5 Karte und bietet verschieden Regionen mit verschiedenen Witterungen. Vom See über Schnee bis hin zum Wald ist alles vertreten. Des Weiteren gibt es 4 Hauptpunkte die den Battle Royale Modus Firestorm von den Mitbewerbern abheben soll.

    Erstens kämpfen wir Solo oder in einem von 16 Viererteams gegeneinander. Eine 2 Mann Option gibt es aktuell noch nicht, jedoch soll diese noch folgen. Die nächste Besonderheit bilden die vielen verschiedenen Fahrzeuge. Egal ob Traktor, Panzer, Hubschrauber und Co., alle haben ihre Vor- und Nachteile und ermöglichen schnelleres Reisen und bieten eine Portion Extra Feuerkraft. Besondere Fahrzeuge und Waffen, welche man in Bunkern oder Versorgungspunkten erkämpfen kann, machen das Spiel jedoch besonders interessant. Wer würde seinen Gegnern nicht gerne eine V1 hinterherjagen. Der wohl größte Vorteil und Pro Aspekt von Firestorm sind jedoch die zerstörbaren Häuser und Objekte. Während einem bei der Konkurrenz meist die Camper ein Dorn im Auge sind, kann man in Firestorm somit einfach den Camper mitsamt seinem Versteck dem Erdboden gleich machen.

    Fazit

    Zugegeben wir sind keine Battle Royale Fans. Aber mit Firestorm zeigen EA und DICE wie eine Battle Royale im Battlefield Look aussieht. Das Konzept ist zwar gut gelungen, aber am Ende des Tages entscheidet nur die Zeit darüber, wie die Spieler diesen Modus finden. Wir fanden uns gut im Modus zurecht und schafften es sogar als Battle Royale Muffel unter die Top 10. Der Loot ist ausreichend verfügbar und auch die Fahrzeuge sind öfters anzutreffen. Was sich allerdings als etwas schwieriger herausstellt, ist die Beschaffung der Sonderobjekte wie der V1. Aus unserer Sicht ist der neue Firestorm Modus jedoch nicht nur für einen kurzen Zeitvertreib eine gute Wahl, sondern es lohnt sich auch einmal zusammen mit einem eigenen Team oder auf eigene Faust zu schauen, ob man den Firestorm Modus allein bezwingen kann.

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