ADATA – XPG Gammix S50 Series NVMe SSD

Mit der XPG Gammix S50 haben wir heute ADATAs erste PCIe 4.0 NVMe SSD im Test, welche dank der Anbindung mit vier PCIe-Lanes und dem NVMe-1.3-Protokoll eine besonders hohe Übertragungsgeschwindigkeit erreichen soll.

Welche Details in der neuen GAMMIX S50 M.2 SSD stecken und wie sich die 1 TB große Variante in unserem Test geschlagen hat, erfahrt ihr in diesem Review.

Technische Details:

  • Kapazität: 1 TB / 2 TB
  • Formfaktor: M.2 2280
  • NAND Flash: TLC 3D NAND
  • Controller: Phison PS5016-E16
  • Abmessungen: 80 x 22 x 3,7 mm (L x B x H)
  • Leistung (Max.):
    Lesen (lt. Hersteller) bis zu 5.000 MB/s
    Schreiben (lt. Hersteller) bis zu 4.400 MB/s
  • Schnittstelle: M.2 (PCIe 4.0 x4)
  • Betriebstemperatur: 0°C-70°C
  • Stoßfestigkeit: 1.500 G / 0,5 ms
  • MTBF: 1.700.000 Stunden
  • Garantie: 5 Jahre

Lieferumfang:

  • ADATA – Gammix S50 M.2 SSD (in gewählter Größe)

Design und Verarbeitung:

Die Gammix S50 M.2 SSD wird von ADATA in einer schlanken Verpackung geliefert, welche in einem schwarzen Grunddesign gehalten ist. Neben der Modellbezeichnung und den wichtigsten Features, welche auf der Verpackungsvorderseite abgedruckt wurden, wurde in diese auch noch ein Sichtfenster eingelassene, durch welches man schon einen ersten Blick auf die enthaltene SSD werfen kann.

Mit einem Blick auf die Verpackungsrückseite findet man eine Auflistung der wichtigsten Features vor.

Innerhalb der Verpackung ist die SSD in einer Kunststoffschale untergebracht.

Entnimmt man die Gammix S50 M.2 SSD aus seiner Verpackung, so hat man eine 80,15 mm lange und 22,15 mm breite SSD vor sich liegen, welche eine Stärke von 6,1 mm hat.

Im Vergleich zu einer normalen SATA-SSD im 2,5″-Format befindet sich das PCB der SSD nicht in einem schützenden Gehäuse.
Betrachtet man das blaue PCB einmal etwas genauer, so fällt einem als Erstes der auf der Oberseite aufgebrachte Kühler auf. ADATA hat die Gammix S50 M.2 SSD mit einem dreidimensional gezogenen Aluminiumblech ausgestattet. Dieser Kühler soll für eine bis zu 10 °C geringere Betriebstemperatur sorgen. Um die SSD zudem auch von der optischen Seite her für Gamer ansprechender zu gestalten, verfügt der verbaute Kühler neben einer gebürsteten Oberfläche auch über ein Carbondesignelement, auf welchem das XPG Logo aufgedruckt wurde.

Unter dem verbauten Passivkühler findet man im vorderen Bereich einen Phison PS5016-E16 Controller vor.
Der verbaute Controller ist mittels acht Kanälen an die vier Toshiba (TABBG65AWV) 96 Layer 3D-NAND Chips angebunden. Die beiden auf unserem Testmuster verbauten Speicherchips werden im TLC-Verfahren betrieben.

Um die Schreibleistung zu steigern, hat ADATA einen dynamischen SLC-Cache verbaut. Dieser puffert Daten zunächst im SLC-Verfahren und schreibt diese im Anschluss in den TLC-Bereich des NANDs. Zusätzlich hat ADATA auch noch einen DDR4 RAM als Cache verbaut.

Die vier NAND Chips sind wie auch der DRAM Cache auf die Vorder- und Rückseite des PCBs aufgeteilt.

ADATA hat die SSD zusätzlich mit der LDCP-Fehlerkorrektur (Low Density Parity Check) ausgestattet, welche zur Erkennung und Behebung einer Vielzahl von Datenfehlern sorgen soll. Hierdurch wird eine zuverlässigere Datenübertragung und eine längere Produktlebensdauer erreicht.

Die Gammix S50 NVMe SSD ist mit der M.2 Schnittstelle ausgestattet, welche mit dem Z170 Chipsatz von Intel großflächig Einzug in den Consumer-PC-Markt gefunden hat und in der Zwischenzeit auf fast jedem aktuellen Mainboard zu finden ist.
Im Gegensatz zu fast allen anderen M.2 SSDs am Markt kann die Gammix S50 nicht nur auf einem PCIe x4 3.0 Steckplatz genutzt werden, sondern auch auf einem schnelleren PCIe x4 4.0 Steckplatz. Seitens des Anschlusses wäre in der Theorie eine maximale Übertragungsrate von rund 8.000 MB/s möglich. ADATA selbst gibt für die Gammix S50 eine maximale Schreibgeschwindigkeit von 5.000 MB/s an. Um diese Geschwindigkeit erreichen zu können, benötigt man natürlich ein entsprechendes Mainboard, welches es aktuell nur mit einem X570 Chipsatz gibt. Setzt man die SSD auf einem Mainboard mit einem Intel-Sockel ein, so kann man die SSD zwar problemlos nutzen, jedoch die eigentlich mögliche Bandbreite nicht ausschöpfen.

Bis auf die blaue Farbgebung des PCBs, welche sich nicht so gut in ein aktuelles Gaming-System einbinden lässt, wurde die Verarbeitung der SSD seitens ADATA sauber ausgeführt.

Testablauf:

Das wichtigste Kaufargument ist bei einer SSD zweifelsohne nicht das Design, sondern die Leistung, welche erbracht werden kann.
Aus diesem Grund schicken wir die SSD nicht nur in verschiedene Benchmarks, sondern werden uns auch ein genaues Bild über die Geschwindigkeit in alltäglichen Bereichen machen.

Um die volle Leistung aus den von uns getesteten SSDs heraus zu holen, werden diese auf unserem Intel Core i7 System getestet.

Dieses besteht aus:

  • Prozessor: AMD 3950X
  • Mainboard: Asrock X570 Pro4
  • Grafikkarte: Zotac GTX 980Ti
  • Arbeitsspeicher: 16GB HyperX Fury (2 x 2 GB DDR4 3466MHz)
  • Systemlaufwerk: OCZ – RevoDrive 3 (240GB)
  • Netzteil: Power & Cooling Silencer MK III 1200W
  • Betriebssystem: Windows 10 Pro 64Bit

Das Testlaufwerk ist dabei als sekundäres Laufwerk eingerichtet. Das Betriebssystem befindet sich somit auf dem verbauten RevoDrive 3. Dies gilt jedoch nur für die durchgeführten Benchmarks und nicht für die Softwaretests.

Getestet wurde die Gammix S50 M.2 SSD mittels dieser Benchmarks:

  • AS SSD Benchmark
  • AS SSD Kopierbenchmark
  • ATTO Disk Benchmark

AS SSD Benchmark

Der AS SSD Benchmark wurde, wie der Name vermuten lässt, speziell für SSDs entwickelt. Durch die Verwendung von inkompressiblen Daten stellt dieser Benchmark für komprimierende Controller praktisch ein Worst-Case-Szenario dar.

Mit einem Blick auf das erreichte Testergebnis ist zu erkennen, dass die Gammix S50 eine gute Leistung erreichen konnte, welche jedoch noch weit von der angegebenen Maximalleistung entfernt ist.

AS SSD Kopierbenchmark

Neben diesem Performancetest beinhaltet, der AS SSD Benchmark auch noch einen Kopierbenchmark, mittels welchem ermittelt werden kann, wie schnell Daten innerhalb des Laufwerkes kopiert werden können.
Die verwendeten Muster entsprechen typischen Szenarien: ISO (zwei große Dateien), Programm (viele kleine Dateien), Spiel (große und kleine Dateien gemischt).

Auch in diesem Testabschnitt kann die Gammix S50 zwar mit sehr guten Werten punkten, aber noch nicht ihr ganzes Potenzial unter Beweis stellen.

ATTO Disk Benchmark

Der ATTO Disk Benchmark ermöglicht es einem die SSDs mit einer höheren Abfragetiefe zu beanspruchen. Wir haben die SSD somit mit einer Queue Depth von 10 getestet.


Dank der hohen Abfragetiefe konnte die Gammix S50 in diesem Test zeigen, was in ihr steckt und eine Übertragungsgeschwindigkeit erreichen, welche in diesem Testabschnitt von noch keiner anderen SSD erreicht werden konnte.

Neben den Messungen mit diesen Benchmark Tools wollen wir jedoch auch nicht die Geschwindigkeitsvorteile im alltäglichen Betrieb aus dem Auge verlieren, denn gerade auf diese kommt es im Endeffekt an, da die durch die Benchmarks aus dem Laufwerk gekitzelten Maximalwerte im Normalfall kaum erreicht werden.

Softwareinstallation

Wie die Überschrift schon verlauten lässt, werden wir in diesem Test anhand der Software PCMark 8, Acrobat Reader und OpenOffice die Zeit stoppen, in welcher die Software auf der SSD installiert werden konnte.

Softwaretest

In diesem Test werden wir die Geschwindigkeit messen, in welcher die SSD es schafft eine WinRAR Datei von einem GB zu entpacken, einen vollständigen Systemscan mit AntiVir absolviert und wie lange ein auf der SSD installiertes Windows 7 benötigt, um zu booten.
Da sich in unserem Testsystem zu den Onboardkomponenten noch ein Hardware Raidcontroller befindet, welche eine Weile braucht, um alle Festplatten zu initialisieren, werden wir die Zeit erst nach dem Verlassen des Bios stoppen.

Wie es in der Zwischenzeit auch von anderen M.2 SSDs bekannt ist, zeigte auch die Gammix S50 in unserem Test unter einer dauerhaften Belastung eine Drosselung bei der Übertragungsgeschwindigkeit. Im Vergleich zu manch anderer SSD konnte die Gammix S50 bis zum eintreten dieser Drosselung jedoch etwas länger beschrieben werden. Dieser Geschwindigkeitsabfall entsteht durch die Drosselung des verbauten Controllers ab einer bestimmten Temperaturschwelle.

Fazit:

Mit der Gammix S50 hat ADATA eine M.2 SSD in seinem Sortiment, welche dank des schnellen Phison PS5016-E16 Controllers in Kombination mit der PCIe 4.0 x4 Anbindung eine sehr hohe Geschwindigkeit erreichen kann. Um die maximale Performance aus der SSD kitzeln zu können, muss man jedoch auf ein AMD-Mainboard mit einem X570 Chipsatz zurückgreifen. Wird die SSD auf einem Mainboard mit einem Intel Sockel oder einem älteren AMD Chipsatz verbaut, so kann die SSD nur eine deutlich geringere Leistung erzielen. Die Verarbeitung der SSD wurde grundlegend sauber und hochwertig ausgeführt. Leider hat man seitens ADATA jedoch auf ein blaues PCB zurückgegriffen, wodurch sich die SSD nicht so einfach in ein schickes Gaming-System integrieren lässt. Preislich liegt die Gammix S50 in der von uns getesteten 1TB Version aktuell bei knapp über 220€*.

Ein besonderer Dank geht an ADATA für die Bereitstellung des Testmusters.

ADATA - XPG Gammix S50 Series NVMe SSD

8.6

Verarbeitung

10.0/10

Kompatibilität

8.0/10

Geschwindigkeit

10.0/10

Lieferumfang

7.0/10

Preis

8.0/10

Pro

  • Sehr hohe Geschwindigkeiten
  • Hohe Kapazität
  • Verarbeitung

Contra

  • (Blaues PCB)