Mit dem SFX Power 2 400W haben wir heute das leistungsstärkste SFX-Netzteil aus dem Hause be quiet! im Test, welches durch seine kompakten Abmessungen als kleines Kraftwerk für besonders kompakte ITX-Systeme dienen soll.

Welche Leistung in dem SFX Power 2 400W steckt und wie sich das SFX-Netzteil in unserem Test geschlagen hat, erfahrt ihr in diesem Review.

Technische Details:

  • Maße: 125 x 64 x 100 mm (BxHxT)
  • Lüfter: 80 mm (20,7 – 33,9dB(A))
  • Effizienz: Max. 89% 80 PLUS Bronze
  • Aktiv PFC
  • Formfaktor: ATX12V 2.4
  • Leistung: 400 W
  • +3,3V: 21 A
  • +5V: 22 A
  • 3,3V+5V: 120 W
  • +12V1: 17 A
  • +12V2: 16 A
  • +12V (gesamt): 360 W
  • -12V: 0,5 A
  • +5Vsb: 2,5 A

Anschlüsse:


1 x 20+4 Pin


1 x 4 Pin


1 x 6+2 PCI-E


4 x SATA


1 x Molex


1 x Floppy

Lieferumfang:

  • be quiet! SFX Power 2 400W
  • Kabelbinder
  • Schraubenset
  • Stromkabel
  • Handbuch

Design und Verarbeitung:

Das SFX Power 2 400W wird von be quiet! in einer Verpackung geliefert, welche überwiegend in der Farbe Schwarz gehalten ist. Auf der Vorderseite der Verpackung wurde neben einem Produktbild des Netzteiles auch die Modellbezeichnung sowie eine Auflistung der wichtigsten Features mit auf die Verpackung aufgedruckt.

Ebenso findet man auf einem silberfarbenen Streifen einen Hinweis über das Einsatzgebiet, für welches sich das Netzteil am besten geeignet ist.

Die technischen Details sind auf der Verpackungsrückseite zu finden.

Entnimmt man das SFX Power 2 400W aus seiner Verpackung, so hat ein kompaktes Netzteil vor sich liegen, welches in dem kleinen SFX-Format gehalten ist. Die linke und rechte Seite des Netzteilgehäuses wurden weder mit einem Aufkleber versehen,

noch mit einem eingeprägten be quiet! Logo, wie wir es von den ATX-Modellen von be quiet! kennen.

Auf der Vorderseite des SFX Power 2 400W wurde ein großflächiges Wabengitter eingearbeitet, in welchem neben der obligatorischen Kaltgerätebuchse auch der Powerschalter untergebracht wurde. Oberhalb des Powerschalters wurde ein kleiner be quiet! Aufkleber aufgeklebt.

Auf der Oberseite des SFX Power 2 400W Netzteils ist ein schwarzer Aufkleber zu finden, welcher mit den technischen Details bedruckt wurde.

Auf der Netzteilunterseite wurde ein Lüftergitter in das Netzteilgehäuse eingearbeitet. Im Gegensatz zu den sonst oft verwendeten Lüftergittern, welche an das jeweilige Netzteil geschraubt werden, wurde der Lufteinlass bei dem SFX Power 2 400W Netzteil direkt in den Boden des Netzteiles eingestanzt.

Hinter diesem Lüftergitter, welches auf der Oberseite mit einem be quiet! Logo versehen wurde, wurde ein temperaturabhängig geregelter 80-mm-Lüfter verbaut.

Auf der Netzteilrückseite werden die fest mit dem Netzteil verbundenen Kabel aus dem Netzteil herausgeführt. Die einzelnen Kabelstränge sind mit einem schwarzen Kabelsleeving versehen, welches jedoch nicht ganz blickdicht ausgeführt wurde.

Der Ausschnitt, welcher als Kabeldurchführung in das Netzteil eingelassen wurde, wurde leider nicht mit einem Kantenschutz versehen. Dieser Umstand sorgt leider dafür, dass das angebrachte Kabelsleeving schon vor der ersten Montage an dieser Stelle nicht mehr schick aussieht, sondern langsam auseinander geht.

Innerer Aufbau

Mit einem Blick in das Netzteilinnere, welches durch das Öffnen des Gehäuses nicht nur einen Garantieverlust mit sich bringt, sondern durch stromführende Komponenten lebensgefährlich sein kann, findet man trotz der kompakten Abmessungen einen klar strukturierten und sauber ausgeführten Aufbau vor. Bei den verwendeten Kondensatoren setzt be quiet! auf Modelle von verschiedenen Herstellern, welche jedoch durchweg für den Betrieb bei bis zu 105°C ausgelegt sind. Bei dem SFX Power 2 kommt ein Dual-Rail-Design mit zwei getrennt gesicherten +12-Volt-Schienen zum Einsatz. Hierbei steht eine 12V-Schiene allein für die Spannungsversorgung der CPU. Die zweite übernimmt die restlichen Komponenten. Alle Lötstellen wurden sauber verarbeitet. Auf Kleber wurde seitens be quiet! zum größten Teil verzichtet.

Um eine hohe Betriebssicherheit zu gewährleisten, wurden seitens be quiet! eine ganze Reihe an Schutzschaltungen in den Netzteilen der SFX Power 2 400W verbaut.

  • OCP (Überstromschutz)
  • OVP (Überspannungsschutz)
  • UVP (Unterspannungschutz)
  • SCP (Kurzschlussschutz)
  • OTP (Überhitzschutz)
  • OPP (Überlastschutz)

Die Verarbeitung wurde im Inneren sauber ausgeführt. Was uns nicht so gut gefallen hat, ist der fehlende Kantenschutz an der Kabeldurchführung, wodurch das Kabelsleeving schon vor unserem Test leicht in Mitleidenschaft gezogen wurde.

Test:

Power Good Signal

Im ersten Test überprüfen wir die PG-Time. Das Power Good Signal muss gemäß der ATX-Norm nach mindestens 100 und maximal 500 ms kommen. Das Signal signalisiert dem Mainboard, dass das Netzteil bereit ist, alle Spannungen passen und der Computer gestartet werden kann. Kommt das Signal nicht innerhalb dieses Zeitraums, ist das Netzteil defekt und muss getauscht werden.

Das Power Good Signal kam bei unserem Testkandidaten nach 340ms und liegt damit im erlaubten Bereich.

Testsystem

Wir haben das Netzteil mit unserem i7-Testsystem getestet.

Da unser eigentliches Testsystem mit ca. 720 Watt mehr Strom braucht, als das Netzteil nach Herstellerangaben liefern kann, haben wir die zwei EVGA GTX Titan Hydro Copper aus dem Testsystem entfernt und verwenden in diesen Test ein etwas abgespecktes Testsystem.

Das Testsystem besteht somit aus:

  • I7 3930K @ 4,8GHz
  • Asrock Extreme 11
  • GTX960
  • 64GB (8 x 8GB DDR3 2133MHz)
  • Areca 1880ix
  • 4 x 300GB Seagate SAS im Raid 5

Das o.g. System inkl. Netzteil weist einen Strombedarf von etwa 160 Watt (IDLE) bis ca. 450 Watt (Volllast übertaktet) auf. Dieser kann jedoch je nach verwendetem Netzteil unterschiedlich sein. Unter Volllast wird besonders auf die Stabilität der Spannungen geachtet.
Um Netzteile auszulasten, welche mehr Leistung liefern, als unser Testsystem benötigt, stehen 26 separate Peltierelemente zur Verfügung. Diese haben eine Leistungsaufnahme von je 50W. Die Peltierelemente können einzeln zugeschaltet werden. Die Stromversorgung wird über Adapter hergestellt, welche an die PCI-E Anschlüsse angeschlossen werden.
Somit ist mit dieser Konfiguration eine maximale Leistungsaufnahme von ca. 1750 Watt möglich.
Ausgelesen werden die Spannungen mithilfe eines Multimeters (VOLTCRAFT VC830).
Um das System zu 100% auszulasten, wird die Software Prime 95 und der Benchmark 3DMark 11 eingesetzt und wenn nötig entsprechende Peltierelemente zugeschaltet. Die Testprogramme werden parallel ausgeführt, damit CPU und Grafikkarte gleichzeitig unter Volllast laufen und so der maximale Stromverbrauch erreicht wird.

Um der Qualität des Netzteiles etwas genauer auf den Zahn fühlen zu können, werden wir das System 48 Stunden unter Volllast betreiben. Zusätzlich werden wir das Netzteil noch so weit wie möglich oberhalb seiner Spezifikationen zu betreiben.

Spannungen

Die ATX-Norm gibt die Spannungstoleranzen für Netzteile detailliert vor: Auf 3,3 Volt, 5 Volt und 12 Volt sind je 5% nach oben sowie nach unten erlaubt.

Spannungstest

Die Spannungen sollten nach Möglichkeiten auch bei einem Lastwechsel möglichst gleich bleiben und nicht nach oben oder unten ausbrechen.

Aus diesem Grund haben wir den Lastwechsel in zwei Stufen aufgeteilt.
Zum Darstellen der ersten Last läuft unser Testsystem mit dem verbauten Netzteil im Idle-Mode.
Die zweite Laststufe wird unter Volllast des Systems simuliert. Das System ist hierbei nicht übertaktet.

Mit einem Blick auf das erreichte Testergebnis ist zu erkennen, dass das SFX Power 2 400W unser Testsystem problemlos befeuern konnte. Die 12V Spannung erleidet zwar einen geringen Einbruch, dieser liegt jedoch noch problemlos in den ATX Spezifikationen.

Wer unsere vergangenen Netzteiltests kennt, wird wissen, dass wir in der Regel bis zu vier Laststufen in diesem Testabschnitt haben. Dies ist bedingt durch die im Vergleich zu den sonst von uns getesteten Netzteilen geringeren Ausgangsleistung des SFX Power 2 400W und dem Strombedarf des abgespeckten Testsystems nicht möglich. Dennoch wollten wir wissen, welche Leistung das SFX Power 2 400W liefern kann und haben eine weitere Testrunde gestartet, in welcher wir das System übertaktet betrieben haben.
Das Netzteil verweigerte jedoch nach wenigen Minuten den Dienst. Die Lastspitze lag während dieses Tests bei 453 Watt. Hier zeigt sich, dass das Netzteil zwar für ein kompaktes Gamingsystem eignet, man jedoch darauf achten sollte, dass die Leistungsaufnahme von 400 Watt nicht überschreitet.

Das Netzteil zog unter Verwendung unserer Hardware diese Spannung aus der Steckdose:

Fazit:

Mit dem SFX Power 2 400W hat be quiet! ein Netzteil im SFX-Formfaktor in seinem Sortiment, welches durch die gebotene Leistung in der Lage ist ein kleines Gamingsystem befeuern zu können. Je nach Anwendungsgebiet kann es jedoch dazu kommen, dass etwas mehr Leistung bzw. ein zweiter PCIe-Anschluss benötigt wird, womit das SFX Power 2 400W dann doch schnell an seine Grenzen kommt. Wo be quiet! im Inneren noch sehr sauber gearbeitet hat, zeigt sich durch den fehlenden Kantenschutz an der Kabeldurchführung schon frühzeitig eine Ermüdungserscheinung des Kabelsleevings. Hier hätte man durch einen einfachen Kunststoffring die Fläche, über welche die Kabel reiben verbreitern und somit dieser Ermüdungserscheinung verbeugen können. Der verbaute Lüfter geht mit einer angenehmen Geräuschkulisse ans Werk. Diese liegt auch unter Volllast noch auf einem guten Level, welcher jedoch nicht mit einem herkömmlichen ATX-Netzteil verglichen werden kann. Preislich liegt das kompakte SFX Power 2 400W Netzteil aktuell bei knapp 60€*

Pro

  • Verarbeitung im Innenraum
  • Leistung
  • Preis

Contra

  • Fehlender Kantenschutz
  • Leicht beschädigtes Kabelsleeving
  • 12V Spannung bei Crossload

Verarbeitung

Leistung

Spannungsstabilität

Leistungsaufnahme

Ausstattung

Lautstärke

Modding

Lieferumfang

Preis

Wir danken be quiet! für die Bereitstellung des Testmusters.